Josh rock bricht sein fluch: premier-league-sieg nach acht pleiten

Ein Schrei, der klingt wie ein Rugby-Try, ein Kniefall auf dem Oche, Tränen im Fernseh-Studio – Josh Rock hat seinen ersten Premier-League-Sieg endlich erlöst. Der 24-jährige Nordire besiegte in Berlin Jonny Clayton 6:3 und beendete damit eine Serie von acht Niederlagen in seiner Debütsaison.

Die erlösende Doppel-16 landete, Rock sackte in sich zusammen, die Arena tobte. Noch vor dem Handshake mit dem entthronten Tabellenführer musste er sich die Augen trocken wischen. „Er lief an uns vorbei und wischte sich die Tränen weg“, berichtet Sky-Experte Robert Marijanović. Hinter den Kulissen flossen weitere Freudentränen.

Clayton verliert den platz an der spitze

Clayton verpasst seinen dritten Event-Sieg, rutscht mit 19 Punkten auf Rang zwei. Luke Littler kann ihm die Tabellenführung am Abend noch entreißen – doch selbst der Weltmeister umarmte Rock sofort, als hätte er selbst gewonnen. Für Rock zählt nur das eine: der erste Stern in der Tabelle, selbst wenn er weiterhin Letzter bleibt.

Die fünf Punkte reichen nicht, um Stephen Bunting auf Platz sieben zu überholen. Das ist dem jungen Nordiren aber egal. „Endlich ist der Bann gebrochen“, sagt er mit heiserer Stimme. „Ich kann wieder atmen.“

„Nicht formfrage, sondern kopfsache“

„Nicht formfrage, sondern kopfsache“

Ex-Profi Matthew Edgar hatte vor der Partie betont, Rock habe das Niveau, aber eben Druck im Kopf. „Er spielt außerhalb der Premier League fantastisch. Nur dort will es einfach nicht klappen.“ Die Selbstaufgabe, sich erst nach einem Premier-League-Start als Topspieler zu fühlen, habe Rock blockiert. Jetzt ist die mentale Mauer eingestürzt – und mit ihr die Angst, nicht gut genug zu sein.

Die restliche Saison ist für Rock kein Selbstläufer. Doch wer weiß, wie viel Luft ein einziger Sieg bringt, wenn man acht Wochen lang nur verloren hat. Die Tränen waren echt, die Erleichterung auch. Und in der Arena von Berlin hat er sich selbst das größte Geschenk gemacht: Er darf endlich wieder an sich glauben.