K-1-qualifikation auf gran canaria: vier kämpfer, ein ticket nach tokio
Am Samstagabend wird die Gran Canaria Arena zum Schauplatz eines Faustkampf-Duells mit offenem Ende. Alcorac Caballero trägt dabei die Hoffnung der Insel, doch Sergio ‚Dinamita‘ Sánchez, Alan Lévêque und Fabio Veiga wollen das Ticket für das K-1 World Max-Finale in Tokio genauso ergattern. Semi-Finale und Finale steigen in einer Nacht – wer zuletzt steht, fliegt am 29. Dezember nach Japan.
Ein platz wartet, sieben nationen sind schon dabei
Italien, Australien, Griechenland, Rumänien, die Niederlande und Russland haben ihre Repräsentanten länger nominiert. Spanien sucht noch. Die Veranstalter von Fight Events und die Federación Canaria de Kickboxing y Muaythai haben den Zirkus auf die Kanaren geholt – mit dem klaren Ziel, 3.000 Zuschauer in die Arena zu spülen und die Rufe der 90er- und 2000er-Jahre wieder aufleben zu lassen.
Elf Kämpfe stehen auf der Karte, darunter drei Superfights, die internationale Top-Talente versammeln. Die Organisation setzt auf eine durchchoreografierte Show, internationale Live-Übertragung über Marca TV und eine Bühnentechnik, die jeden Treffer bis auf die letzte Reiße spürbar machen soll.

K-1 kehrt zurück in die zeitzone der legenden
1993 erfand Kazuyoshi Ishii das Format, das Ernesto Hoost, Peter Aerts und Remy Bonjasky zu Haushaltsnamen machte. Nach der Insolvenz 2010 schlummerte die Marke jahrelang. Jetzt wird sie wiederbelebt – mit dem Max-Turnier bis 70 kg, jener Gewichtsklasse, in der einst Buakaw, Masato und Andy Souwer die Fans in Ekstase versetzten. Die neue Generation soll an diesen Mythos anknüpfen, und der erste Schritt führt über Las Palmas.
Caballero kennt die Druckmaschine aus eigenem Training: „Wenn du hier verlierst, wartet kein zweites Date. Die Insel schaut zu, Europa schaut zu, und Tokio schaut zu.“ Für Sánchez ist der Gedanke an einen Flug nach Japan zugleich Karriere-Booster und Schulden-Tilger – der Siegerprämie sind 50.000 Euro locker. Lévêque reiste mit einem Team von fünf Sparringspartnern an, Veiga ließ sich vorab in Bangkok scharf schleifen. Keiner kam, um zuzusehen.
Die Waage wird um 19 Uhr passiert, die ersten Low-Kicks fallen nach 21 Uhr. Die Arena war 2014 Basketball-EM-Stätte, jetzt verwandelt sich der Parkettboden in ein 8-seitiges Gefängnis. 3.000 Sitzplätze, 400 Scheinwerfer, 16 Kameras – und nur ein Handschlag am Ende, der alles entscheidet. Die Insel wartet darauf, dass endlich wieder einer ihrer Söhne in der Ringecke von Tokio steht. Wer es schafft, darf sich an Silvester mit der Weltelite duellieren – und mit einem einzigen Faustschlag ein ganzes Jahrzehnt Kickbox-Geschichte neu schreiben.
