Juventus kassiert 21 gegentore in 8 spielen – schlechteste abwehr europas

Acht Spiele, 21 Gegentore, null Mal zu Null. Vom 1. Februar bis zum 1. März war Juventus Turin die löchrigste Defensive in ganz Europa – und das ist keine Übertreibung, sondern blanke Statistik. Kein einziger Klub aus den Top-5-Ligen hat in diesem Zeitraum mehr Treffer kassiert. Nicht Newcastle, nicht Tottenham, nicht Borussia Dortmund. Niemand.

Von zwei auf 21 – eine zahl, die alles sagt

Was diese Zahl wirklich brutal macht, ist der Kontrast. In den acht Spielen vor diesem Absturz hatten die Torhüter der Alten Dame gerade einmal zwei Gegentore hingenommen. Zwei. Dann kamen die Wochen nach dem Wintertransferfenster – und plötzlich war nichts mehr sicher. Parma, Roma, Champions League: überall dieselbe Geschichte. Der Ball landet im Netz, die Köpfe hängen, und Trainer Luciano Spalletti sucht nach Erklärungen, die er eigentlich nicht liefern kann, ohne die ganze Mannschaft in die Schusslinie zu nehmen.

Die Zahlen im Detail sprechen eine eigene Sprache. Fast jeder zweite Torschuss auf das Juventus-Tor endete im Netz – eine Gegentor-Quote von 48,8 Prozent. Die Torhüter hielten gerade mal 52 Prozent aller Schüsse aufs Tor. Und was besonders schmerzt: Viele dieser Gegentore entstanden nicht durch genialen Gegner-Fußball, sondern durch eigene Fehler im Spielaufbau. Ballverluste in der eigenen Hälfte, ungeordnetes Pressing, fehlende Kompaktheit – das klassische Rezept für eine Krise, die man sich selbst eingebrockt hat.

Spalletti weigert sich, einzelne zu opfern

Spalletti weigert sich, einzelne zu opfern

Der Trainer ist klug genug, keine Sündenbockjagd zu starten. Spalletti besteht darauf, dass die Lösung kollektiv sein muss – und er hat recht damit. Wer jetzt mit dem Finger auf einen Torhüter oder einen Innenverteidiger zeigt, lenkt nur vom eigentlichen Problem ab: Juventus hat als Einheit aufgehört zu funktionieren. Die Rückkehr von Gleison Bremer nach seiner Verletzung ist ein erster Hoffnungsschimmer, auch wenn er beim 3:3 in Rom noch deutlich Spielpraxis vermissen ließ.

Der Blick geht derweil auch in Richtung Transfermarkt. Der argentinische Innenverteidiger Marcos Senesi, der den AFC Bournemouth im Sommer ablösefrei verlassen wird, steht bei den Bianconeri ganz oben auf dem Zettel – auch wenn Roma ebenfalls Interesse signalisiert hat.

Die pflicht: vierter platz, koste es was es wolle

Die pflicht: vierter platz, koste es was es wolle

Jetzt kommt das Glück des Kalenders. Pisa, Udinese, Sassuolo, Genoa – die nächsten Gegner sind keine Giganten. Das ist die Chance, die Abwehr wieder auf Vordermann zu bringen, bevor es gegen härtere Brocken geht. Platz vier und damit die direkte Qualifikation für die Champions League ist das Minimalziel – und das ist derzeit alles andere als gesichert. Juventus steht auf Rang sechs.

Doppelt aus Coppa Italia und Europa ausgeschieden, defensiv in Trümmer gefallen, und trotzdem: Die Saison ist noch nicht vorbei. Aber wenn die Bianconeri in den nächsten Wochen nicht aufhören, sich selbst die Tore zu schenken, wird auch der vierte Platz zu einem Wunschtraum. 21 Gegentore in 8 Spielen – das ist kein Formtief. Das ist ein Warnsignal, das man nicht länger ignorieren kann.