Junioren-wm in narvik: abfahrt kämpft gegen wind und zeit
Narvik kämpft gegen sich selbst. Während bei der Junioren-WM eigentlich längst die Abfahrtsläufe hätten vorbereitet sein sollen, blieben die Pisten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gesperrt – und der Samstag hängt noch immer in der Luft.
Zwei tage, null training, ein programm in trümmern
Donnerstag: Piste zu weich, zu unruhig, nicht zu befahren. Freitag: Sturmböen legen den Betrieb komplett lahm. So hat Shaienne Zehnder die Absagen gegenüber unserer Redaktion erklärt – knapp, sachlich, aber mit einer Botschaft, die schwer wiegt. Kein einziges Training vor den Abfahrten der Frauen und Männer. Für einen Speed-Bewerb auf Weltmeisterschaftsniveau ist das keine Kleinigkeit.
Das ursprüngliche Programm existiert nicht mehr. Die FIS hat reagiert und den Samstag komplett umgestellt. Um 10:00 Uhr gehen die Frauen auf die Piste – nicht für den Wettkampf, sondern für das obligatorische Training, das eigentlich schon längst absolviert sein sollte. Eine Stunde später folgen die Männer. Erst dann, wenn alles hält, starten die Rennen: die Frauen um 13:15 Uhr, die Männer um 14:15 Uhr.

Schweizer medaillenhoffnungen hängen am wetterbericht
Was den Druck noch einmal erhöht: Die Schweizer Nachwuchsathleten gehören in beiden Abfahrten zu den ernsthaften Medaillenkandidaten. Ein erneuter Windeinbruch am Samstagmorgen würde nicht nur den Zeitplan, sondern womöglich den gesamten Bewerb zum Einsturz bringen.
Während in Val di Fassa und Kranjska Gora die Weltcup-Elite um die letzten Finalbilletts kämpft, droht in Narvik das Edelmetall unter einem Wettersturm zu verschwinden. Junioren-WM-Abfahrten ohne Vorbereitung – das ist kein Sport mehr, das ist Lotterie. Und das wissen alle Beteiligten.
