Ronaldo verletzt: al-nassr zittert um seine titelchance
Cristiano Ronaldo ist raus. Vorerst. Beim 3:1-Auswärtssieg gegen Al-Fayha zog sich der Portugiese eine Verletzung in der hinteren Oberschenkelmuskulatur zu – und das ausgerechnet in dem Moment, in dem Al-Nassr auf Tabellenplatz eins steht und zum ersten Mal ernsthaft von der Meisterschaft träumen darf.
Vier bis sechs wochen – und ein verein hält den atem an
Al-Nassr bestätigte die Verletzung offiziell am Dienstagabend, ließ aber bewusst offen, wie lange der 41-Jährige fehlen wird. Übereinstimmende Medienberichte sprechen von vier bis sechs Wochen. Die WM im Sommer ist laut Berichten nicht gefährdet. Aber die Meisterschaft? Die ist eine ganz andere Geschichte.
Ronaldo kommt in dieser Saison auf 21 Tore in 22 Spielen – Platz drei in der Torjägerliste der Saudi Pro League. Vor ihm liegen Julian Quinones mit 22 Treffern und Tabellenführer Ivan Toney mit 23. Die Zahlen sind beeindruckend. Aber noch beeindruckender ist, was sie für Al-Nassr bedeuten: Ohne CR7 verliert der Klub aus Riad seinen gefährlichsten Abschluss, genau dann, wenn es am meisten zählt.

Der erste titel in saudi-arabien wartet noch
Es wäre Ronaldos erster Meistertitel in der Saudi Pro League. Bisher bleibt in seiner Vitrine aus dieser Zeit nur der Arab Club Champions Cup vom August 2023 – gewonnen mit einem Doppelpack im Finale. Nicht wenig. Aber eben auch nicht das, wofür er nach Riad gewechselt ist.
Die Mission Meisterschaft muss Al-Nassr nun also ohne seinen Topscorer angehen. Wie lange das der Fall sein wird, bleibt offen. Was nicht offen bleibt: Der Druck auf den Rest des Kaders ist ab sofort enorm gestiegen.

Streik, gehälter, machtkämpfe – die beziehung war nie einfach
Ronaldo und Al-Nassr – das ist keine unkomplizierte Liebesgeschichte. Erst kürzlich sorgte CR7 für Schlagzeilen, als er in den Streik trat. Angeblich war er unzufrieden mit der Transferpolitik des Vereins. Dazu kamen Berichte über ausstehende Gehaltszahlungen an Klubmitarbeiter. Und nach Beendigung des Streiks sollen zwei portugiesische Führungskräfte ihre zuvor eingeschränkten Befugnisse zurückerhalten haben.
Wer in Riad das letzte Wort hat, ist spätestens seit diesem Kapitel keine offene Frage mehr. Ronaldo schießt Tore und bewegt damit nicht nur Bälle, sondern auch Strukturen. Nur Tore schießen wird er in den nächsten Wochen eben nicht können – und das könnte Al-Nassr die Meisterschaft kosten.
