Jungandreas wagt das unmögliche prognose-spiel: leipzig bleibt drin – minden und wetzlar fallen

Uwe Jungandreas hat schon zu viel gesehen, um noch zu zittern. Der Mann, der Concordia Delitzsch einst aus dem Nichts in die Bundesliga schleuderte, lacht über die vermeintliche Sicherheit von Tabellen. Seine These: SC DHfK Leipzig überlebt den Klassenkampf – obwohl das Team nur zehn Punkte auf dem Konto hat und seit sechs Spielen auf einen Sieg wartet.

Ein endspiel, das keiner erwartet

Der 63-Jährige zeichnet ein Szenario, das selbst Nerds mit Taschenrechnern aus der Ruhe bringt. Am letzten Spieltag empfängt Leipzig GWD Minden. Beide Klubs stehen dann laut Jungandreas bei 13 Punkten. Der Unterschied? Das Torverhältnis. „Leipzig hat die bessere Defensive, die zahlt sich aus“, sagt er und klingt dabei, als hätte er das Spiel schon gesehen.

Die Rechnung geht nur auf, wenn Minden außer dem Sieg gegen Bergischen HC nichts mehr mitnimmt. Leipzig holt unterdessen ein Remis gegen Erlangen und eins gegen Melsungen – und gewinnt eben jenes Endspiel. Fertig ist die Rettung.

Wetzlar wird der dumme sein

Wetzlar wird der dumme sein

Während die Gemüder in Leipzig und Minden auf Sperrung laufen, sieht Jungandreas HSG Wetzlar als dritten Absteiger. „Die gewinnen zwar gegen Erlangen, aber dann reicht es nicht mehr“, prophezeit er. Elf Punkte am Ende, Tabellenplatz 18. „So schnell kann es gehen, wenn man sich einmal verheddert.“

Der ehemalige Coach des SC Magdeburg und langjährige Dienstleister in Dessau-Roßlau weiß, wovon er spricht. Er baut gerade den EHV Aue zum Wiederaufstieg, schaut aber nebenbei genau auf die Liga, in der er einst selbst für Furore sorgte.

Die warnung, die niemand hören will

Die warnung, die niemand hören will

Sollte Leipzig doch fallen, erwartet Jungandreas kein Schönwetter-Programm. „Die 2. Liga ist ein Ritt über rostige Nagelbretter. Viele 20-Jährige wollen den alten Hasen zeigen, wo es langgeht. Die laufen 60 Minuten Vollgas, weil sie nichts zu verlieren haben.“ Seine Prognose: „Leipzig würde nach einem Jahr wieder hochkommen – aber es wird kein Spaziergang.“

Die Bundesliga bleibt also spannend bis zum Abpfiff. Und Jungandreas? Der sitzt in Aue, lacht über die Ungewissheit und wartet darauf, dass seine wilde Rechnung aufgeht. Wenn nicht, hat er trotzdem recht – denn im Handball ist eben vieles möglich.