Juanitos tritt gegen matthäus: die nacht, als der europapokal explodierte

8. April 1987, 81. Minute, Olympiastadion München. Lothar Matthäus liegt am Boden, da kommt Juanito angerannt und tritt mit voller Wucht zu. Was danach passiert, ist keine Rote Karte mehr – das ist ein Kriegsverbrechen auf dem Rasen.

Warum juanito nicht einfach nur verrückt war

Der Spanier war kein Vollidiot, er war ein Tick-Vulkan. Schon 1978 hatte er Schiedsrichter Prokop angegriffen, zweijähriges Europapokal-Aus. 1986 spuckte er Uli Stielike ins Gesicht. Die UEFA schaute weg, Real Madrid schaute weg, die spanische Presse feierte ihn als „temperamentvoll“. München wurde die Rechnung präsentiert.

Bayern führt 3:0, Juanito spürt, dass sein letztes großes Spiel in Trümmern liegt. Also tritt er. Erst in den Rücken, dann gegen den Kopf. Die Kamera ruckt, das Stadion kocht, Matthäus bleibt liegen – und kommt wieder hoch. „Ich dachte, er will mich umbringen“, sagt er später. Andreas Brehme bestätigt: „So etwas habe ich nie wieder gesehen.“

Die sperre, die geschichte schrieb

Die sperre, die geschichte schrieb

Schiedsrichter Dieter Pauly zückt Rot, doch das ist nur der Anfang. Die UEFA schlägt zu: fünf Jahre Europapokal-Sperre, bis 1992. Juanito ist 34, seine Karaffe auf internationalem Parkett ist leer. Real Madrid löst seinen Vertrag, er landet bei Málaga, dann Valladolid, dann Absturz. Matthäus? Spielt weiter, wird Weltmeister, Europapokalsieger, Rekordnationalspieler. Die Geschichte hat ihren Liebling klar verteilt.

Doch die Bilder bleiben. Jede Saison, wenn das Champions-League-Intro läuft, schwelgt der Kommentator in Pathos – und irgendwo im Netz klickt jemand das GIF von Juanitos Tritt an. Der Clip hat Millionen Views, er ist Lehrmaterial für „Was man nie macht“-Seminare in DFB-Kursen. Die Botschaft: Emotion ist Trumpf, aber nur bis zur weißen Linie. Danach kommt das Strafgesetzbuch.

Heute, 39 Jahre später, jagen sich TikTok-Kids mit Taktikboards, aber kein Trendvideo erreicht die Wucht dieser 3,5 Sekunden. Juanito starb 1992 bei einem Autounfall, Matthäus wird diesen Sommer wieder als Experte sitzen. Der Sport vergisst nicht – er archiviert nur. Und wenn am 8. April irgendein Real-Star auf dem Rasen steht, wird irgendwo in München ein alter Fan die Augenbrauen hochziehen und sagen: „Passt auf, Jungs, heute ist Juanito-Tag.“