Jorge martín landet in austin mit hand in der eismaschine
Jorge Martín schlendert durch Boxengasse 1, doch statt Podiumslaune zeigt sein Blick eine Frage: Wie belastbar ist meine Hand? Zweiter in Brasilien, erster im Zwielicht – der Pramac-Pilot gesteht, dass der GP von Rio Grande doch stärker nagele als gedacht.
„Brutal“ war sonntag, montag aber kommt mit schmerz
„Das Rennen war ein Feuerwerk, aber ich konnte es kaum anzünden“, sagt er DAZN und deutet auf die rechte Handgelenksbandage. Die Sturzfolgen aus Portimão, die eigentlich auskurieren sollten, wurden durch 24 Runden COTA-Vorbereitung wieder aufgerissen. Martín: „Wenn ich keine 48 Stunden Pause kriege, schließt die Schleimhaut nicht.“
Austin ist für ihn ein Blick in den Spiegel: 20 linkshändige Knie, drei harte Bremszonen, eine Start-Ziel-Gerade, die mit 340 km/h die Hand aufreißt wie ein Handtrockner. „Diese Strecke ist das härteste Stresstest-Cocktail des Jahres“, sagt er. Und Aprilia? Die RS-GP schaukelt über die Buckelpiste, weil sie mehr Lastwechsel verträgt als seine Pramac-Desmosedici. Trotzdem: „Mein Körper ist der Flaschenhals, nicht die Mechanik.“

Márquez wartet, martín zählt punkte statt siege
Die Rechnung ist simpel: Wer in Austin an Marc vorbeizieht, braucht keine Motivation, sondern Morphingrip. Martín lacht kurz, schiebt den Helm auf den Tisch und zieht die Schutzschiene runter. „Ich will nicht Márquez schlagen, ich will 20 Zähler mitnehmen und in Jerez wieder bei 100 Prozent stehen.“ Noch ist er Dritter der WM, 28 Punkte hinter Bagnaia. Ein Sieg wäre schön, ein Dritter Platz heilbar. Die Hand entscheidet, nicht das Herz.
Am Sonntag um 14:00 Uhr Ortszeit tritt er wieder auf – und die Stoppuhr wird unbarmherziger sein als jeder Rivale. Denn MotoGP wartet nicht, bis eine Schleimhaut heilt.
