Jódar stürmt nach ganz oben: kann er zverev schon jetzt schlagen?

Madrid – Rafael Jódar, gerade mal 19 Jahre alt, sorgt für Furore in der Tenniswelt. Der Spanier präsentiert sich in Paris als überraschender Herausforderer und könnte Alexander Zverev im Viertelfinale der French Open eine schallende Ohrfeige verpassen. Ist hier der nächste Superstar im Tennis geboren?

Ein kometenhafter aufstieg, der zverev vor eine zerreißprobe stellt

Die Tenniswelt staunt. Vor nur einem Jahr spielte Rafael Jódar noch College-Tennis in den USA, träumte aber schon vom großen Durchbruch. Nun steht er, kaum mehr als ein Teenager, vor der Bewährungsprobe gegen Alexander Zverev, einen der Top-Spieler der Welt. Sein Aufstieg ist schlichtweg atemberaubend: Von Platz 686 der Weltrangliste katapultierte er sich in weniger als ein Jahr in die Top 50. Zverev wird sich am Mittwoch wohl etwas ausrechnen, aber Jódar hat bereits bewiesen, dass er auch unter Druck bestehen kann.

Mehr als nur ein neuer nadal? die "rafa-mania" ist ausgebrochen

Mehr als nur ein neuer nadal? die "rafa-mania" ist ausgebrochen

Der Name Jódar lässt in Spanien die Herzen der Tennis-Fans höherschlagen. Mit jedem gewonnenen Match schwingen die Erwartungen mit, dass hier der nächste Rafael Nadal geboren wird. Die Stadien brüllen „Rafa, Rafa“, eine Hommage an den legendären Sandplatzkönig, der sich im November 2024 von der Profi-Tour verabschiedet hat. Allerdings unterscheidet sich Jódar stilistisch deutlich von seinem berühmten Namensgeber. Während Nadal mit seinem extremen Topspin dominierte, ist Jódar ein geradliniger Allrounder, dessen Stärken vor allem auf Hartplätzen lagen.

Ein bodenständiger shootingstar mit einem ungewöhnlichen coach

Ein bodenständiger shootingstar mit einem ungewöhnlichen coach

Was Jódar so besonders macht, ist nicht nur sein Talent, sondern auch seine Persönlichkeit. Im Gegensatz zu vielen anderen Tennis-Stars, die für ihre extrovertierten Auftritte bekannt sind, wirkt Jódar stets zurückhaltend und bescheiden. Sein einziger Coach? Sein Vater, ebenfalls Rafael genannt. Eine ungewöhnliche Konstellation, die an die Beziehung zwischen Rafael Nadal und seinem Onkel Toni erinnert, die fast zwei Jahrzehnte das Tennis geprägt hat. Ob Jódars Trainerstaffel in Zukunft erweitert wird, steht allerdings noch in den Sternen.

Der erste echte prüfstein für zverev bei roland garros

Der erste echte prüfstein für zverev bei roland garros

Am Mittwoch trifft Jódar auf Zverev, und die Vorfreude ist bei dem jungen Spanier riesig. "Es ist nicht alltäglich, in einem Viertelfinale der Roland Garros gegen einen Weltranglistendritten zu spielen," so Jódar. Er will „sein Bestes geben und das Spiel genießen“. Zverev ist zwar favorisiert, doch Jódars aggressiver Spielstil könnte dem Deutschen durchaus einige Probleme bereiten. Die lange Atemfähigkeit, die Zverev auf Sand so oft ausspielte, könnte nun zum entscheidenden Faktor werden – Jódar ist die French Open-Atmosphäre mit ihren langen Matches noch nicht gewohnt.

Die "Rafa-Mania" wird weiter anhalten, und Rafael Jódar hat die Chance, sich in die Tennisgeschichte einzuschreiben. Sein Aufstieg ist ein Märchen, und wer weiß, vielleicht ist die nächste Generation von spanischen Tennis-Stars schon im Gange. Der nächste „Rafa, Rafa“-Chor ist nur eine Frage der Zeit.