Jódar schlägt machac und steht im viertelfinale von marrakesch
Rafa Jódar hat seinen Namen in den roten Sand von Marrakesch gegraben. Mit 6:4, 4:6, 6:3 jagt der 19-jährige Madrilene den an Nummer vier gesetzten Tschechen Tomas Machac aus dem Turnier und schreibt ATP-Geschichte: Erstmals steht er unter der Woche auf der Haupttour im Viertelfinale.
Der durchbruch, auf den spanien gewartet hat
Die Zahl, die neben Machacs Namen leuchtet, war vor dem Match ein Warnschild: Rang 55, 34 Plätze vor dem Spanier. Doch Zahlen lügen, wenn ein Teenager den Punkt der Wahrheit riecht. Jódar holte sich den ersten Satz mit einer Geduld, die man sonst nur von seinem Vorbild Rafael Nadal kennt. Im zweiten Durchgang riss Machac mit vier Breaks zum 4:0 davon, doch selbst das war nur ein Stolpern, kein Sturz. Im Entscheidungsabschnitt drehte Jódar sofort wieder auf, nahm Machac den Aufschlag und gab ihn nicht mehr her.
„Ich fühlte mich großartig, musste von Ball eins da sein – und ich war es“, sagte er direkt am Court. „Jeder Spanier ist ein Krieger. Von Nadal bis Alcaraz steckt das in unserer DNA.“ Das klang nicht nach PR-Sprech, sondern nach jemandem, der diese Gene tatsächlich trägt.

Vom challenger-helden zum atp-touristen
Die Saison 2023 war seine Schleuder durch die Challenger-Welt. Titel in Segovia, Leon und Lugano schoben ihn in die Top-100, das Achtelfinale von Miami bestätigte den Schwung. Doch fehlte noch das ATP-Viertelfinale als Ritterschlag. Jetzt hat er es, und das gleich auf seiner Lieblingsbelägung. „Erstes Turnier auf Sand, erste Woche in Afrika – es läuft besser als gedacht“, lachte er.
Die Belohnung: ein Duell gegen den Franzosen Alexandre Muller, Nummer 94 der Welt. Muller musste gegen den Tschechen Vik Kopriva nur zwei Sätze, wird aber merken, dass Jódar momentan keinen Gegner, sondern einen Tsunami stoppen muss.
Die restliche Tabelle liest sich wie ein Who-is-Who der nächsten Generation: Darderi gegen Hanfmann, Moutet gegen Trungelliti sowie der Sieger der Partie Buse/Carabelli gegen Van Assche oder Griekspoor. Doch heute Abend gehört der Platz Jódar – und der Sand von Marrakesch ist noch lange nicht abgepflügt.
