Jobs' listentrick: so umging der apple-gründer die kennzeichenpflicht
Steve Jobs, der Mann, der mit dem iPhone die Welt veränderte, war nicht nur ein Visionär in der Technologie, sondern auch ein Meister der Umgehung – zumindest wenn es um die kalifornische Kennzeichenpflicht ging. Jahrzehntelang fuhr der Apple-Gründer durch Palo Alto und den Silicon Valley in einem silbernen Mercedes SL, der auffälligstes Merkmal: fehlende Kennzeichen. Was zunächst wie ein exzentrisches Verhalten eines Multimillionärs wirkte, entpuppte sich als ausgeklügelte Strategie, die bis heute für Gesprächsstoff sorgt.
Die ästhetik vor dem gesetz
Jobs' Abneigung gegen Kennzeichen war kein Zufall. Der Perfektionist und Minimalist empfand die metallenen Plaketten als eine unästhetische Störung der klaren Linien seines geliebten Mercedes-Benz SL 55 AMG. Das Fahrzeug, ein Inbegriff deutscher Ingenieurskunst mit 515 PS, wurde von Jobs für sein schnörkelloses Design geschätzt. Eine überfrachtete, unübersichtliche Kennzeichenplatte schien für ihn eine Art 'visueller Affront' darzustellen. Seine Überlegung war einfach: die perfekten Proportionen des Wagens verdarben.
Doch wie konnte er diese vermeintliche 'Gesetzeswidrigkeit' über Jahre hinweg aufrechterhalten? Die Antwort lag in einem cleveren Trick, der auf einem Schlupfloch im kalifornischen Verkehrsgesetz basierte. Jobs entdeckte einen Paragraphen, der es Neufahrzeugbesitzern erlaubte, bis zu sechs Monate ohne Kennzeichen zu fahren – die Zeit, die die Behörden für die Zustellung der endgültigen Plaketten benötigen. Die meisten Autofahrer nutzten diese Frist lediglich, um auf die Plaketten zu warten. Jobs aber sah darin eine Chance, seine Liebe zur Ästhetik dauerhaft zu befriedigen.
Der Leasing-Trick: Ein Spiel für die Superreichen
Jobs' Lösung war so elegant wie teuer: Er schloss lediglich Leasingverträge über sechs Monate ab. Kurz bevor das Ende des Leasingvertrags nahte, gab er den Wagen zurück und erhielt prompt einen identischen Mercedes, ebenfalls ohne Kennzeichen. Dieser Kreislauf wiederholte sich immer wieder. So fuhr Jobs technisch gesehen immer ein Fahrzeug, das 'in der Warteschleife' für seine Plaketten war – eine legale, wenn auch höchst unorthodoxe Methode, um seine persönlichen ästhetischen Ansprüche zu erfüllen. Der Trick profitierte auch dem Mercedes-Händler, der regelmäßig einen fast fabrikneuen Wagen mit geringer Laufleistung und einem überdurchschnittlichen Wiederverkaufswert erhielt – nicht zuletzt wegen des berühmten Besitzers.
Die Polizei passte sich schließlich an Jobs' ungewöhnliche Fahrweise an, da sie feststellten, dass er stets die notwendigen Papiere im Ordner hatte und seine Strategie juristisch einwandfrei war. Ein willkommener Nebeneffekt war zudem, dass Radarfallen das Fahrzeug zwar erfassten, aber aufgrund des fehlenden Kennzeichens keine Strafzettel ausstellen konnten.

Das ende einer ära
Nach Jobs' Tod erkannte die kalifornische Regierung die Schlupflücke und schloss sie 2019. Eine neue Verordnung schreibt vor, dass alle Neufahrzeuge ab sofort mit temporären Kennzeichen vom Händler ausgeliefert werden müssen. Damit ist die Ära der 'unsichtbaren' Autos – und damit auch Jobs' ausgeklügelter List – endgültig beendet. Ob andere Milliardäre versuchen werden, der kreativen Umgehung des Apple-Gründers zu folgen, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Steve Jobs hat bewiesen, dass selbst die kleinste Regel gebrochen werden kann – solange man die Mittel dazu hat und einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik.
