Joana hählen wirft hin: nach vier kreuzbänderrissen ist schluss
Die 34-jährige Bernerin Joana Hählen beendet nach 166 Weltcup-Starts ihre Speed-Karriere. Swiss-Ski bestätigte am Dienstag den Rückzug zum Saisonende. Val di Fassa wird wohl ihre letzte Fahrt – falls sie es noch in die Top-25 der Super-G schafft. Momentan liegt sie auf Rang 28.
Der körper verweigerte das letzte risiko
Nach dem zweiten Tor in Soldeu wusste sie, dass es vorbei ist. „Mein Kopf und mein Körper wollten das letzte Risiko nicht mehr eingehen“, sagt Hählen. Vier Kreuzbandrisse, unzählige Rehazentren, ein Jahr Pause – sie habe alles gegeben, um zurückzukommen. Doch die Antwort war ein leises Nein aus den eigenen Knien.
2013 debütierte sie in Beaver Creek, holte fünf Podestplätze und 22 Top-10. Bei Olympia 2022 fuhr sie in der Abfahrt noch auf Rang sechs. Das reicht für ein Diplom, aber nicht für ein Comeback. „Das ist das Ende eines langen Prozesses, kein Schnellschuss“, betont sie.

Was bleibt, ist stolz – und offene türen
Hählen dankt Swiss-Ski, dem Servicemann, den Physios, den Teamkolleginnen. „Ohne sie wäre ich nicht so weit gekommen.“ Für die Zukunft hat sie „erste Ideen“, verrät aber nichts. Zuerst will sie die letzten Tage im Weltcup genießen, Zeit mit Freunden verbringen und „offen sein für alles, was das Leben noch bereithält“.
Mit ihr verschwindet eine Athletin, die zeigte, dass man mit zerfetzten Bändern noch mal ans Limit gehen kann – aber auch, dass man irgendwann das Limit respektieren muss.
