Jeong rettet union mit 90.+2 – berlin entkommt der abstiegsfalle

Woo-Yeong Jeong schlug das Leder aus 14 Metern so trocken ins Kreuzeck, dass selbst Mark Flekken nur noch Staub sah. Mit dem Schlusspfiff stand es 1:0 für Union Berlin – und plötzlich sieben Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16. Die Eisernen atmen auf, Freiburg dagegen muss erstmals nach 16 Heimspielen wieder eine Niederlage verdauen.

Steffen baumgart setzt auf raab – und wird belohnt

Der Coach hatte nach dem 1:4 gegen Bremen vier Positionen umgekrempelt. Die wichtigste: Matheo Raab stand erstmals zwischen den Pfosten – weil Frederik Rönnow mit Füßen zappelt. Der 23-Jährige hielt, was zu halten war, besonders in der 69. Minute gegen Michael Gregoritsch mit einer Fußabwehr, die den Anhang auf der Südtribüne jubeln ließ.

Den Sieg aber besorgte Jeong, ausgerechnet der Mann, den Baumgart erst in der 78. Minute brachte. „Ich habe nur gedacht: Triff oder stirb“, sagte der Südkoreaner. Sein Schuss war kein Kunstschuss, aber er traf den Zeitpunkt perfekt – zwei Minuten vor dem Ende lässt Freiburg die Räume, Berlin kontert, Robin Gosens legt quer, Jeong vollstreckt.

Freiburg dominiert, aber ohne durchschlagskraft

Freiburg dominiert, aber ohne durchschlagskraft

Die Breisgauer hatten 72 Prozent Ballbesitz, 17 Torschüsse, drei Mal Aluminium – und trotzdem nichts Zählbares. Julian Schuster wechselte früh dreifach, brachte Doan und Sallai für mehr Tempo. Doch die Berliner Mauer stand: Diogo Leite klärte mit dem Schienbein, Kevin Vogt blockte zweimal in letzter Sekunde.

Die Statistik, die zählt: Union hat nun 26 Punkte, der Rückstand auf Freiburg beträgt nur noch zwei Zähler. Noch acht Spiele, und plötzlich redet niemand mehr vom Abstieg. „Wir haben die Köpfe wieder oben“, sagte Baumgart. „Jetzt wollen wir nachlegen.“

Am Samstag kommt Heidenheim ins Stadion An der Alten Försterei. Dann wird Rönnow wohl wieder fit sein. Aber Raab? Der kann sich jetzt rühmen, dass sein Debüt direkt mit drei Punkten belohnt wurde. Und Jeong? Der darf erst mal einschlafen mit dem Geräusch des Netzgeraschels im Ohr.