Jena entzaubert hamburg mit 17-dreier-hagel und jagt playoff-ticket

106:95 – Science-City-Jena fegt Towers Hamburg mit 21-Punkte-Halbzeitvorentscheidung aus der Halle und schiebt sich auf nur zwei Punkte an die Play-In-Ränge heran.

Harmsen: „das war kein glück, das war reine schaffenskraft“

Der Aufsteiger spielte, als hätte er die letzten sieben Tage nichts anderes getan, als Dreierübungen zu wiederholen. 17 Treffer aus der Dreierlinie – ein Saisorekord für die Thüringer – versenkten Hamburgs Hoffnung auf schnelle Punkte im Thüringensumpf. Joe Wieskamp traf fünf davon, sein 25-Punkte-Abend katapultierte ihn zum Topscorer, aber er war nur die Spitze des Eisbergs.

Die Wende begann schon in der Kabine. Nach der 84:108-Klatsche gegen Weißenfels hatte Coach Björn Harmsen kein Blatt vor den Mund genommen: „Wenn wir so weitermachen, fliegen wir raus wie ein Tampon aus der Waschmaschine.“ Seine Spieler antworteten mit der aggressivsten Defense der Saison. Nach sechs Minuten stand 23:7, kurz vor der Pause 61:40 – ein Vorsprung, der auch Hamburgs 28:23 drittem Viertel nicht mehr gefährlich werden ließ.

Die Towers kamen noch einmal bis auf 100:90 heran, doch Wieskamp nahm sich den Ball, versenkte vier Punkte in 45 Sekunden und bereitete den Weg für Braxtons Steal plus Fastbreak. 6:0, Spielentscheidung, Hallenausbruch. „Körperlich präsenter“ war das Stichwort – Jena gewann 38 Rebounds, Hamburg nur 27. Die Zahlen lügen nie.

Neun punkte vorsprung auf die abstiegszone, zwei auf die play-ins

Neun punkte vorsprung auf die abstiegszone, zwei auf die play-ins

Mit dem zehnten Saisonsieg springt Jena auf Rang 14 und hat plötzlich Rückenwind. Die Play-In-Runde rückt in Reichweite, die Abstiegszone ist acht Punkte entfernt – eine Welt in der Basketball-Bundesliga. Harmsen schwärmt: „Das ist ein anderes Team als im Oktober. Früher haben wir Eins-gegen-Eins gewettet, heute spielen wir Kopf-an-Kopf-Basketball.“

Die Fans in der Halle erlebten nicht nur einen Sieg, sondern eine Demontage nach Regiebuch. 17 Dreier, 16 Assists, nur acht Ballverluste – das ist Top-4-Niveau. Wenn Jena so weitertrifft, müss sich Hamburg warm anziehen: Das Rückspiel Anfang April steht vor der Tür.

Die Botschaft ist klar: Jena will nicht nur überleben, Jena will mitmischen. Und wer jetzt noch auf Playoff-Tickets wartet, sollte schnell zugreifen – diese Mannschaft spielt sich gerade in die Herzen und in die höhere Tabellenhälfte.