Javi puado steigt wieder: espanyols kapitän meldet sich zurück – und will die rettung

Der Mann, der im Herbst noch mit der Faust auf dem Rasen lag und die Relegation für Espanyol mit einem Schlag ausklopfte, sitzt nun im Trainingszentrum Sant Adrià und lacht. Javi Puado hat das erste Mal seit seiner Kreuzband-OP wieder eine Doppelsession absolviert. Die Kniescheibe knarzt nicht, der Kopf ist klar – und die Saison ist noch nicht gelaufen.

Puados stimme klingt wie ein startschuss

„Ich bin wieder bei der Mannschaft, das ist mein Luxus“, sagt er und wirkt dabei so entspannt, als hätte er nie die Kliniktage mit Krücken und Eisbeuteln verbracht. Drei Monate war er draußen, drei Monate, in denen Espanyol aus der oberen Tabellenhälfte rutschte und nun mit 29 Punkten auf Platz 15 bangt. Die 42-Punkte-Marke, die in der Regel die Rettung bedeutet, ist noch sieben Zähler entfernt. Puado spricht die Zahl so laut aus, als wolle er sie sich selbst einprägen.

Der 25-Jährige trainiert seit zwei Wochen auf dem Platz, morgens Ballarbeit, abends Kraft. Die rechte Wade, die vor Monaten noch so dünn aussah wie ein Radiergummi, gewinnt langsam Volumen. „Muskulatur ist Stabilität“, sagt er und tippt sich gegen das Schienbein. „Und Stabilität ist Selbstvertrauen.“

Der kapitän schaut nicht weg, wenn es weh tut

Der kapitän schaut nicht weg, wenn es weh tut

Was niemand im Klub laut sagt: Espanyol hat ohne Puado nur zwei der letzten neun Spiele gewonnen. Die Torgefahr aus dem Halbraum fehlt, die Automatismen auf der linken Seite stocken. Puado sieht das alles von der Tribüne, „und es tut dreimal so weh wie eine Prellung“. Er schläft mit Spieltagshemd im Hotel, schreibt Gruppen-Sprüche aufs Whiteboard, schickt Sprachnachrichten in die Kabine. „Ich bin Kapitän, auch mit gebrochenem Knie“, sagt er und meint das wörtlich.

Sein Comeback? „Nicht vor Mitte Mai“, sagt der Medizin-Chef. Das sind noch fünf Spieltage. Doch Puado will nicht reden über Termine, sondern über Momente. „Wir holen die Punkte, und wenn ich dann reinkomme, soll es der Funke sein, nicht das Feuer.“

Am Sonntag gastiert Real Betis im RCDE-Stadion. Puado wird in der Kabine sitzen, die Kniescheibe bandagiert, das Handy in der Hand. Er hat eine Excel-Datei erstellt: Laufwege der Gegner, Schwächen im Aufbau. „Ich bin Analyst, Cheerleader, Wasserjunge – alles auf einmal.“

Die Saison endet am 4. Juni. Puado schließt seine Auslosung nicht aus. „Wenn wir am letzten Tag noch etwas zu verteidigen haben, springe ich rein, mit einer Schiene oder mit Schmerzmitteln. Aber wir werden es nicht soweit kommen lassen.“

Die Pflichtspiel-Pause nutzt er, um die Muskeln auszutarieren – und die Köpfe. „Wir sind kein Abstiegsclub, wir sind ein Club mit einem verletzten Kapitän. Der Unterschied ist groß.“

Die Kniepassung funktioniert. Die Pässe sitzen wieder. Die Saison ist noch offen. Und Puado? Er lächelt, als wäre das Schlimmste schon vorbei. „Die Liga endet nicht im April. Sie endet im Mai. Und da bin ich wieder.“