Japan krönt sich zum könig von wembley – oranje mit drama, uruguay lahm
Kaum ein Ball rollte, schon war alles anders. Kaoru Mitoma schoss Japan mit einem strammen Linksschuss in der 78. Minute die Three Lions weg – 1:0 in Wembley, das erste Mal seit 1980, dass die englische Nationalmannschaft ihre heilige Wiese gegen den asiatischen Gast verlor. Thomas Tuchel probierte Phil Foden als falsche Neun, kassierte aber die Quittung für ein System, das nie in Tritt kam.
Rot für dumfries und die niederländische selbstzerfleischung
Den Haag brennt. Denzel Dumfries sah in Backa Topola nach zwölf Minuten Rot, weil er Valencia im Strafraum von den Beisen holte. Die Folge: Ein Elfmeter, ein 1:1, und eine Oranje-Elf, die nach dem frühen Führungstor von Pacho (3., Eigentor) mit einem Mann wenig gegen Ecuadors druckvolle Flügelzange von Estupiñán ankam. Bondscoach Koeman reagierte sofort, zog Donyell Malen raus, brachte Geertruida – und musste trotzdem den Ausgleich hinnehmen. Die Statistik: Erst ein Punkt aus den letzten drei Länderspielen, und das mit Blick auf die Nations League ein Alarmstufe-Rot.
Die Niederlande verloren nicht nur zwei Punkte, sondern auch die Stabilität ihrer Rechtsverteidigung. Dumfries fehlt nun im nächsten EM-Quali-Doppel. Ein Einsatz gegen Gibraltar und Polen ist tabu.

Serbien tanzt, saudi-arabien zittert – und ein tor der saison-kandidat
Strahinja Pavlović lehrte die Welt, was ein Fallrückzieher aus 14 Metern bedeutet. Der Milan-Außenverteidiger drehte sich in der 60. Minute gegen Saudi-Arabien durch, ließ den Ball aufsetzen und versenkte ihn unter die Latte. Die Serben drehten das Spiel, Aleksandar Mitrović machte den Deckel drauf (81.). Für Hervé Renard könnte das 1:2 das Aus bedeuten – die saudische Führung denkt laut Regragui, der Marokko sensationell ins WM-Halbfinale geführt hatte.
Die Botschaft aus Belgrad: Wer Mitoma und Pavlović in Form hat, darf bei der WM nicht unterschätzt werden.
Kein Tor, viel Staub: Uruguay und Algerien lieferten sich im Juventus-Stadion ein taktisches Remis, das keinen der 35 000 Zuschauer mitnahm. Uruguay dominierte Ballbesitz (62 %), schoss aber nur einmal aufs Tor. Algerien wartet seit fünf Spielen auf einen Sieg – die Wüste wächst.

Ivory coast und marocco liefern die afrikapower
In Liverpool traf Christian Kouassi per Kopfball zur Führung für die Elfenbeinküste (44.), und die Schotten um Billy Gilmour und Scott McTominay fanden keine Antwort. Die Ivorer gewannen 1:0 und zeigen, dass neben Nigeria auch ein anderer WM-Abwesender gewillt ist, Länder aus dem Turnier zu kicken.
Marokko ließ in Lens Paraguay keine Chance: El Khannouss und El Aynaoui nutzten jeweils Vorlagen von Achraf Hakimi – 2:1. Die Atlaslöwen sind seit neun Spielen ungeschlagen, der Enthusiasmus von Katar 2022 bleibt.
Panama schlägt Südafrika 2:1 in Kapstadt, Jordanien remisst 2:2 mit Nigeria, und die Türkei siegt in Oslo 2:0 gegen Norwegen – ein Statement, dass die Play-off-Teilnehmer aus Europa nicht die einzigen Gewinner dieser Länderspielperiode sind.
Die Bilanz der Nacht: Japan feiert den Prestigesieg, die Niederlande steckt im Krisenmodus, und Afrika schickt eine Warnung an die europäischen Großmächte. Die WM ist noch fern – aber die Formkurven zeigen schon jetzt, wer 2026 mithalten will und wer nur dabei ist.
