Jan virgili lässt barça zappeln: „deco ruft? ich lege auf mallorca auf“
Die Wunde ist frisch, der Vertrag bis 2030. Jan Virgili, 20, Ex-Barça-Talent und jetzt Flügelflitzer bei RCD Mallorca, hat dem katalanischen Sport ein Interview aus der U-21-Lagerwelle der spanischen Nationalmannschaft mitgegeben, das in Barcelona für kalte Duschen sorgt. Sein Satz: „Wenn Deco anruft, wird’s schwer nein zu sagen“ – ein Satz, der die Transferlisten dieses Sommers sofort neu mischt.
Von der hoffnung auf die tour bis zur 3,5-millionen-euro-sperre
Virgili erzählt, wie er im Juli noch mit dem großen Koffer nach Amerika wollte, mit Hansi Flicks erstem Team. „Ich hatte die Hoffnung, mit auf die USA-Reise zu dürfen, vielleicht sogar zu debütieren. Aber der Platz war weg, der Koffer zu“, sagt er. Stattdessen klingelte Jagoba Arrasates Handy. Der Mallorca-Coach buchte ihn für dieselbe Ablöse, für die Barça einst Pedri aus Las Palmas holte – 3,5 Millionen, ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass Virgili in 24 Liga-Einsätzen schon fünf Torbeteiligungen schreibt und die meisten Gegenspieler mit seiner Ballannahme im Sprint auf dem falschen Fuß erwischt.
Was niemand so recht wahrhaben will: Virgili war kein Leihgeschäft. Er unterschrieb einen Fünfjahresvertrag, Mallorca besitzt alle Rechte. Wer ihn zurückholen will, muss die Ausstiegsklausel zücken – und die liegt laut Vereinskreisen bei 40 Millionen Euro. Ein Preis, der Barças Sportdirektor Deco kalte Füße beschert, selbst wenn der Spieler sich in öffentlicher Selbstgesprächsbereitschaft übt.

Die persönliche rechnung des flügelflitzer
„Es hat wehgetan, weg zu müssen. Der Trainer im Barça Juvenil A war eine große Person, er gab mir die Chance, in der Primera zu spielen“, sagt Virgili über den Abschied. Doch der Schmerz hat sich in Selbstvertrauen verwandelt. Auf dem Platz trägt er kein Barça-Trikot mehr, aber die DNA bleibt: enge Ballmitnahme, 1-gegen-1 ohne Netzhut, Pässe in die Tiefe, als gäbe es kein Morgen. Die Statistik jedenfalls bestätigt sein Credo: „Auf dem Platz habe ich keine Angst, es zu versuchen“ – 62 Prozent seiner Dribblings enden erfolgreich, Spitzenwert unter U-21-Nationalspielern in Europas Top-5-Ligen.
Jetzt steht die nächste Länderspielpause an. Virgili trainiert mit der Elite seines Jahrgangs, während in Barcelona die Frage kursiert, ob das eigene Talent nicht doch besser in Blau-Grau läuft. Mallorca aber hat den Joker gezogen und sitzt am längeren Hebel. Wer im Sommer 2025 Jan Virgili verpflichten will, zahlt nicht nur Ablöse, sondern auch Genugtuung – und genau das wissen die Insel-Verantwortlichen zu schätzen. Virgili selbst lächelt nur, wenn Reporter nach dem Neu-Alt-Klub fragen. Die Antwort ist längst Programm: „Ich bin hier, um Mallorca in die Champions League zu schießen“. Mehr muss er nicht sagen, die Zahl 40 Millionen spricht für sich.
