James rodríguez: mls-traum bahnt sich zu albtraum an?
Saint Paul, Minnesota – Der Wechsel von James Rodríguez zur Minnesota United sollte der Startschuss für eine neue Karrierephase sein. Stattdessen gleicht die MLS-Zeit des kolumbianischen Spielmachers zunehmend einer Achterbahnfahrt, geprägt von gesundheitlichen Rückschlägen und verpassten Chancen. Nun steht die nächste Fragezeichen-Episode bevor.

Die schatten des „fifa-virus“
Alles begann im März, während der letzten FIFA-Doppelspieltage. Rodríguez reiste anlässlich eines Testspiels gegen Frankreich in die Heimat. Die Folgen waren verheerend: Erschöpfung, Dehydration und schließlich ein Krankenhausaufenthalt über 72 Stunden. Zwar wurde vehement dementiert, dass es sich um eine gefährliche Muskelauflösung (Rhabdomyolyse) handelte, doch der Imageschaden war immens. Die Spekulationen in den USA überschlugen sich.
Nach anfänglicher Hoffnung und dem Freispruch von ernsthaften Erkrankungen wurde Rodríguez sukzessive wieder ins Training integriert. Doch nun die erneute Enttäuschung: Für das Ligaspiel gegen den San Diego FC steht er nicht im Kader. Trainer Cameron Knowles beruft sich auf ein vorsorgliches „Reintegrationsprotokoll“. Ein deutliches Zeichen dafür, dass der Körper des 34-jährigen Routiniers noch lange nicht wieder voll belastbar ist.
Die Situation ist brisant, denn Rodríguez‘ Vertrag läuft nur bis Juni und beinhaltet eine Option zur Verlängerung. Er kam mit dem klaren Ziel in die MLS, sich für die Weltmeisterschaft 2026 zu qualifizieren – ein ambitioniertes Vorhaben, das nun ernsthaft gefährdet ist. Seine bisherige Bilanz ist mager: Nur wenige Einsatzminuten aufgrund von Visa-Problemen und nun dieser gesundheitliche Rückschlag.
Die kolumbianische Nationalmannschaft unter Trainer Néstor Lorenzo beobachtet die Entwicklung mit großer Sorge. Ein James Rodríguez in Topform ist für die „Tricolor“ unverzichtbar. Doch ohne Spielpraxis und in diesem physischen Zustand ist er nur ein Schatten seiner selbst. Die Frage ist, ob er es rechtzeitig in Form bringen kann, um eine wichtige Rolle bei der WM zu spielen.
Für Minnesota United bedeutet die Situation eine weitere Zitterpartie. Die Erwartungen an den Star-Neuzugang waren hoch, doch bisher konnte er diese kaum erfüllen. Der nächste Anlaufpunkt ist das U.S. Open Cup-Spiel gegen Sacramento Republic am 14. April. Sollte er bis dahin ausreichend trainieren können, winkt zumindest ein Einsatz von der Bank. Die Fans in Saint Paul dürfen hoffen, dass der Ex-Madrid-Star endlich sein Können unter Beweis stellen kann.
Die MLS-Ahnung eines Star-Transfers kann schnell verpuffen, wenn der Körper nicht mitspielt. James Rodríguez steht vor einer entscheidenden Weggabelung. Seine Zukunft in der Liga und seine Hoffnungen auf die WM hängen davon ab, ob er seine Verletzungsanfälligkeit in den Griff bekommt. Die Uhr tickt.
