James bond's lotus esprit: ein unterwasser-klassiker kommt unter den hammer
Ein Stück Filmgeschichte wird verkauft: Einer der legendären Lotus Esprit S1, der in Roger Moore's “Der Spion, der mich liebte” (1977) zum Einsatz kam, steht zur Versteigerung an. Die Ikone, die das Publikum mit ihren Unterwasserfähigkeiten in Erstaunen versetzte, könnte bald einen neuen Besitzer finden – und das zu einem Preis, der einem Kleinhaus in einer Landeshauptstadt entspricht.
Die bewegte geschichte eines film-helden
Die Lotus-Manufaktur lieferte für den zehnten James Bond Film zwei komplette Fahrzeuge und sieben Karosserien an EON Productions. Einige dieser Karosserien hatten eine ungewöhnliche Karriere: Eine wurde halbiert, um die berühmte Szene mit Anya Amasova zu drehen, eine weitere wurde mit einer Art Kanone ins Wasser geschossen und ist seither verschollen. Mehrere Endeten als Geschenke an die Bahamas, während eine für die Demonstration der seitlichen Flossen und des Periskops genutzt wurde. Ein weiteres Fahrzeug wurde mit Gadgets ausgestattet und verkauft. Der Wagen, der 2013 für 733.000 Euro ersteigert wurde, war teilweise funktionsfähig als U-Boot – zumindest in dem Sinne, dass sich die Propeller drehten.
Was diesen Wagen so besonders macht? Es sind die Details: Stabilisierungsflossen, ein Periskop, Torpedos und vier Antriebspropeller. Die Karosserie ist zwar authentisch Lotus-Fertigung, doch der Wagen ist innen komplett ausgeräumt – Motor, Fahrwerk und Innenraum fehlen. Das macht ihn leicht, mit einem Gewicht von nur 400 kg, und einfach zu transportieren.

Ein preis, der überrascht
Der aktuelle Wagen, dessen genaue Identifizierung innerhalb der Produktionsreihe noch unklar ist, wechselte bereits mehrmals den Besitzer. Von einem italienischen Sammler in Brescia ging er 1998 nach Italien, dann 2002 in die Hände eines weiteren Sammlers und schließlich nach Finnland, wo er bis 2025 im PowerPark Freizeitpark ausgestellt war. Dort wurde die Karosserie noch einmal restauriert – eine einfache Aufgabe, da ohnehin keine Innenleben vorhanden war. Die Experten bei RM Sotheby's, die die Versteigerung am 25. April durchführen, schätzen den Hammerpreis zwischen 200.000 und 300.000 Euro. Das ist zwar deutlich weniger als der Preis von 2013, aber immer noch eine beachtliche Summe für ein Auto ohne Motor.
Wer sich diesen Wagen sichert, investiert nicht nur in ein Automobil, sondern in ein Stück Filmgeschichte. Und wer weiß, vielleicht wird dieser Lotus Esprit eines Tages noch viel mehr wert sein – ein Beweis dafür, dass die Magie von James Bond auch über den Bildschirm hinaus wirkt.
