Jaguar dreht in madrid alles um: wehrlein rast in letzter sekunde aufs podest

03:20 Minuten vor Schluss lag Pascal Wehrlein noch außerhalb der Punkteränge. Dann jagte der Deutsche im schwarzen Jaguar I-Type 7 mit 225 km/h durch die chicane, riss sich in einem Dreikampf den dritten Platz und ließ zwei Konkurrenten mit quietschenden Reifen stehen. Doppel-Sieg? Klar. Aber die Zahl, die wirklich zählt, ist die 0,347 Sekunden – so knapp fehlte Wehrlein zum Sieg seiner Teamkollegen.

Warum dieses finish die formel-e-saison neu einfärbte

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Madrid war vorgelegt als Tempo-Kurs mit 22 Kurven und nur einer richtigen Geraden. Genau das ließ Jaguar das Update-Software-Paket „München 2.0“ aufspielen. Die Ingenieure verdichteten die Energierückgewinnung in den Kurven 7 bis 9, wo sonst jeder sicher in Schummel-Modus fährt. Ergebnis: 33 kWh Rekuperation innerhalb von 45 Sekunden – ein Wert, den sonst nur Porsche in Cape Town erreichte.

Doch die Taktik hätte fast in die Hose gehen können. Wehrlein startete von Position 11, verbrannte in Runde 17 zwei kostbare Attack-Mode-Zonen und schlitterte bei 38 Grad Asphalt-Temperatur über die kerbstones. „Ich dachte schon, die Reifen sind weg“, sagte er später. Was niemand sah: Jaguar hatte ihn auf 18 % Restkapazität runtergefahren, um den Final-Sprint zu sparen.

Das Rennen drehte sich in Kurve 8. Da setzte Wehrlein den Boost für exakt 2,1 Sekunden, schob sich zwischen Dennis und Frijns – und die beiden berührten sich. Reifenkontakt, Karosserie-Check, aber kein Platten. Die Stewards ließen laufen. „Wenn du so nah am Limit bist, zählst du jede Millisekunde, bevor das Flaggen-Duo reagiert“, sagte Jaguar-Teamchef James Barclay. Er wusste: Ein Einspruch hätte beide Autos disqualifiziert.

Die Zahl, die Jaguar heute feiert, steht in der Teamwertung: 195 Punkte. Vor einem Rennen lag Jaguar noch 17 Zähler hinter Porsche. Jetzt führt der Hersteller aus Coventry mit 34 Punkten Vorsprung. Fahrer-WM? Auch da liegt Wehrlein vorne – dank des dritten Platzes mit 92 Punkten, drei mehr der langjährige Spitzenreiter Cassidy.

Die Saison hat noch fünf Räume, aber Madrid zeigt: Wer in der Lage ist, innerhalb von 90 Sekunden Energie-Modus und Angriffszonen neu zu kalkulieren, der kontrolliert die Meisterschaft. Jaguar hat diesen Kniff drauf. Und Wehrlein? Der flog noch am Abend zurück nach Stuttgart, um die Daten selbst zu codieren. nächstes Ziel: Berlin, 14. Juni. Dann will er nicht nur Podest, sondern den Sprung von 0,347 Sekunden nach vorn – auf die oberste Stufe.