Jacobsen zündet den turbo: vier em-frische für die golden league nominiert

Nikolaj Jacobsen schickt Dänemarks Handball-Könige mit angezogener Handbremse in die nächste Runde. Nur 31 Tage nach dem EM-Kracher in Berlin rotiert der Bundestrainer das Nationalteam und verordnet gleichzeitig eine Schuss Adrenalin: Vier Debütanten rüsten die Red Dynamite für die Golden League in der eigenen Royal Arena auf.

Möller pausiert – bonde rückt nach

Keeper Christoffer Bonde profitiert von der Verschnaufpause für Kevin Möller. Der Skjern-Titan hält seit Wochen auf Oberliga-Niveau den Kasten sauber, jetzt darf er gegen Norwegen, die USA und die Niederlande beweisen, dass Jacobsen mit der Rotation goldrichtig liegt. „Er hat uns über Monate stabilisiert, das zahlen wir zurück mit Vertrauen“, sagt der Coach.

Die Defensive bekommt zusätzliche Wucht durch Steven Plucnar. Der 2,02-Meter-Block vom Rhein-Neckar Löwen soll dem Kreisläufer-Trio um Magnus Saugstrup die Beine schonen und gleichzeitig die Gegner verschlingen. „Physis und Größe“ nennt Jacobsen das, wir nennen es: Angstschrecken für jeden Rückraum.

Gog-duo bjerre und norlyk erhalten löwen-antrittskarte

Gog-duo bjerre und norlyk erhalten löwen-antrittskarte

Frederik Bjerre war schon gegen Portugal und Spanien der heimliche X-Faktor im GOG-Angriff, jetzt darf er sich in Rot beweisen. Sein Club-Wechsel zahlte sich aus – internationaler Druck, nationale Belohnung. Viktor Norlyk wiederum steht für das moderne Dänemark: Spielverstand vor Kraft, Tempo vor Taktik. Mors-Thy spielt diese Saison wie entfesselt, der 24-Jährige dirigiert das Ensemble. Jacobsen: „Er ist die treibende Kraft, die wir brauchen, wenn Gidsel und Pytlick mal kurz durchatmen.“

Die Kader-Logik folgt keinem Zufall. Der Großteil der Berliner und Kieler Siegertypen bleibt an Bord – Mathias Gidsel, Simon Pytlick, Magnus Landin sind die Leitwölfe. Doch Jacobsen versteht es, Spannung zu halten. Jeder weiß: Ein schwacher März kann den Platz für den nächsten Jungstar freimachen. Die Nations League im Juni rückt bereits ins Visier.

Royal arena wird zur schleuder

Royal arena wird zur schleuder

Am 17. März sammeln sich die Dänen in Kopenhagen, drei Tage später geht’s los. Gegner Norwegen will Revanche für das EM-Viertelfinale, die USA liefern den Exoten-Flair und die Niederlande sind der Geheimfavorit, der gern den Favoriten stolpern lässt. Tickets sind restlos weg, 13.000 Fans pro Abend – Handball als Pop-Event.

Jacobsen lächelt, wenn er an die Dezibel denkt. „Wir spielen zuhause, aber die Erwartung ist kein Geschenk, sondern ein Korsett.“ Das klingt nach Kopfnummer, ist aber Realität. Denn wer nach dem EM-Triumph in der Gruppenphase patzt, wird nicht mehr als Tagesheld gefeiert, sondern als Marmor-Statue mit Sprüngen. Die Maschine muss weiterhin Öl statt Staub produzieren.

Fazit: Vier Neue, zwölf Alte, ein Ziel – Sieg. Die Golden League ist kein Test, sondern die erste offizielle Antwort auf die Frage, ob Dänemarks Goldrun noch Dampf hat. Wer in der Royal Arena mitschreit, erlebt kein Schaulaufen, sondern die nächste Evolutionsstufe eines Teams, das sich selbst nie trägt, sondern immer wieder neu erfindet. Am 22. März steht der Gruppensieg fest – oder das Kartenhaus fällt. Beides wäre purer Handball.