Itzulia: mcnulty-solo-show und aranburus coup – seixas kämpft!
Die vierte Etappe der Itzulia war ein nervenaufreibendes Spektakel, das die favorisierten Teams vor eine echte Herausforderung stellte. Während Paul Seixas und sein Decathlon-Team um den Erhalt des Gelben Trikots kämpften, sorgte ein überraschend langes Solo von US-Amerikaner Stephen McNulty für das größte Durcheinander im Rennen.

Mcnulty's kühner ausreißversuch
Bereits 100 Kilometer vor dem Ziel startete McNulty seine Attacke und schaffte es, eine beachtliche Lücke zum Hauptfeld herauszureißen. Der Ausreißer, bekannt für seine skurrilen Eskapaden abseits des Rennens – wer erinnert sich nicht an sein Disney-Prinzessinnen- und Stewardess-Kostüm bei der Teamvorstellung? – hielt seinem Tempo stand und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Erst 35 Kilometer vor dem Ziel konnte er vom pelotón neutralisiert werden.
Der eigentliche Sieg ging jedoch an Alex Aranburu (Cofidis), der in einem packenden Finale die Nase vorn hatte. Paul Seixas (Decathlon) versuchte zwar ebenfalls, sich die Bonifikationspunkte zu sichern, verpasste sie aber knapp. Cofidis feiert damit den zweiten Etappensieg innerhalb weniger Tage, nachdem Ion Izagirre bereits am vergangenen Wochenende in Estella erfolgreich war.
Ein ungewöhnliches Rennen: Die Jagd nach McNulty brachte eine ungewöhnliche Zusammensetzung im Peloton hervor. Eine Zwischengruppe mit Fahrern wie Juanpe López, Johannessen, Martin-Guyonnet und Braz lag nur wenige Minuten hinter Seixas und zwang das Decathlon-Team zu einem Höllenritt, um den Abstand zu halten. Das Rennen entwickelte sich zu einem nervenaufreibenden Duell um Kraft und Ausdauer.
Doch nicht nur McNulty sorgte für Gesprächsstoff. Die Itzulia-Etappen werden traditionell von ehemaligen Profis mit regionalem Bezug gestaltet. Dieser Donnerstag war Igor Antón am Zug, der das Profil der 167 Kilometer langen Strecke von Galdakao bis zu einem Stadtteil mitgestaltet hat. Mit El Vivero als Dreh- und Angelpunkt der letzten 60 Kilometer und zwei Anstiegen sowie einem kurzen Anstieg in Legina wurde den Fahrern alles abverlangt.
McNulty erlebte erneute technische Probleme, konnte sich diese jedoch beheben. Sein Versuch einer Heldentat, nur wenige Tage nach seinem 28. Geburtstag und der Vertragsverlängerung bei UAE bis 2030, blieb letztendlich erfolglos. Lipowitz (Red Bull) testete Seixas mehrfach, während die Gruppe vor ihm durch ständige Geschwindigkeitswechsel ihre Kräfte maßte.
Anders Johannessen sicherte sich die Red Bull-Bonifikation, während Juanpe López versuchte, den Anstieg zu dominieren. Aranburu setzte zum entscheidenden Angriff an und sicherte sich den Etappensieg, unterstützt von Tobias.
Ein bitterer Tag für Juan Ayuso (Lidl Trek), der aufgrund von Magenproblemen bereits nach wenigen Kilometern aufgeben musste. Auch Sergio Higuita (Astana) musste das Rennen vorzeitig beenden, nachdem er sich im Ellenbogen verletzt hatte. Roger Adriá (Movistar) kämpfte mit allergischen Reaktionen, konnte das Rennen aber nicht fortsetzen.
Die Itzulia hat erneut bewiesen, dass sie nicht nur ein prestigeträchtiges Etappenrennen ist, sondern auch eine Plattform für unerwartete Wendungen und dramatische Momente. Die Strapazen der vergangenen Tage zehren an den Fahrern, doch die Hoffnung auf einen erfolgreichen Abschluss bleibt bestehen. Die Konsequenzen für Ayuso und Higuita sind noch nicht abzusehen.
