Italiens quali-siegt gegen nordirland löst britischen shitstorm aus

Zwei Stunden nach Abpfiff in Bergamo flatterte die Rechnung ins Azzurri-Hauptquartier. Die britische Presse verhöhnt Italien als „unansehnliches Befreiungskommando“, das seit 2014 kein WM-Trikot mehr bestellt hat. Nur Sandro Tonali, der Premier-League-Import, wird als „Big-Game-Garant“ aus dem Kreuzfeuer genommen.

„Das ist keine vierfache weltmeisterin“

Der Times-Reporter schreibt, die italienische Elf wirke „mehr wie die Mannschaft, die zwei Turniere in Folge verpasste, als wie jene, die vier Sterne trägt“. Die Nordiren hätten nicht wie Ranglistenschlusslichter gespielt, sondern wie ein Team, das „nur dem Zufall“ unterlag. Die Botschaft: Italien mag 57 Plätze über Nordirland stehen, aber die Distanz sei rein theoretisch.

Der Belfast Telegraph legt nach. Die Azzurri seien „hässlich und nur darauf bedacht, den Job abzuschließen“. Für die Redaktion ein Armutszeugnis: Wenn selbst ein Debüt-Ensemble mit Schnitt 23 Jahren den Europameister ärgern kann, fehle der Gattuso-Truppe offenbar die DNA für spektakuläre Siege.

Tonali als einziger glanzpunkt

Tonali als einziger glanzpunkt

Einziger Lichtblick: Sandro Tonali. Daily Mail und Newcastle-Bloggerszene feiern den Mittelfeld-Chef als „Mann der großen Momente“. Sein 1-0 gegen die Nordiren katapultiert ihn laut Transfermarkt-Insidern auf die Einkaufszettel von Manchester United und Arsenal. Die Engländer wissen: Wer in der Premier League liefert, bekommt Extra-Punkte – selbst wenn seine Nation selbst noch auf WM-Beweise wartet.

Die italienische Seite schweigt zu den Spitzen. Gattuso ließ nach dem Spiel nur durchblicken, er habe „Buffon und Bonucci um Rat gefragt“, was wie eine stillschweigende Zustimmung klingt: Irgendetwas stimmt noch nicht mit dem Geist der 2006er.

Für Italien steht nun die Partie gegen Bosnien an. Sollte der Stil wieder nüchtern und „arbeitsgetan“ aussehen, dürfte der britische Spott nur noch lauter werden. Die Azzurri haben 90 Minuten Zeit, das Narrativ zu kippen – oder sich endlich wieder einen neuen zu schreiben, der jenseits von „wir haben den Job erledigt“ klingt.