Italiens e-scooter-bonus verpufft in vier stunden
30 Millionen Euro weg, bevor der Espresso kalt wird. Am 18. März um 12 Uhr startete die Buchungsplattform des MIMIT – um 16.30 Uhr war das Förderkonton für Elektroroller und Motorräder leer. Händler konnten gerade noch die Finger vom Tresor nehmen, da war schon Schluss.
Ein fördersprint, der rekordjäger nervös macht
Die Zahlen sind so knallhart wie ein Boxkurzschlag: 3.000 Euro ohne Altgerät, 4.000 Euro mit Verschrottung – 30 Prozent bzw. 40 Prozent vom Listenpreis. Die Kategorien L1e bis L7e sind dabei, also alles vom Kleinkrad bis zur schweren Sportmaschine. Doch die Rechnung dürfte nun viele Käufer erstmals im nächsten Jahr machen, denn das Geld für 2026 ist Geschichte.
Das Ministerium schaltete sofort die Prüfmaschinerie ein. „Accaparramento“ – das klingt nach Schwarzmarkt und ist in Italien Programm: Wer Förderungen hortet, ohne Fahrzeuge zu liefern, fliegt raus. Die Kontrollen laufen, die Liste der genehmigten Anträge wird erst in den kommenden Tagen veröffentlicht. Bis dahin herrscht unter Händlern Stimmung wie vor einem Elfmeterschießen ohne Torwart.

Warum der run jetzt explodiert
Der Drei-Jahres-Zyklus neigt sich dem Ende zu. 2021 startete Rom mit 150 Millionen, verteilt auf fünf Haushalte. 20 Millionen pro Jahr, danach 30 Millionen – ein Tropfen auf den heißen Asphalt. Die Verkäufer wussten Bescheid. Die Kunden erst seit gestern. Ergebnis: Server, die qualmen wie ein MotoGP-Startfeld, Telefone, die sich in Warteschleifen verfangen, und ein Schwarzmarkt für Reservierungen auf WhatsApp-Gruppen.
Die Industrie schielt bereits auf 2027. Fahrzeugbauern wie Piaggio und Energica haben Lagerhallen voller Akkus, aber keine Garantie, dass das Spiel weitergeht. Denn im Haushalt 2027 steht bislang eine fette Null. Ohne Nachschub droht den Händlern ein kaltes Frühjahr, das erste seit dem Diesel-Debakel.
Die Botschaft ist klar: Wer jetzt noch einen E-Roller bestellen will, muckelt bis 2027. Oder zahlt den vollen Preis – und der schmerzt bei einer Vespa Elettrica genauso wie beim Hypersportler von Energica: jenseits der 10.000-Euro-Marke. Die nächste Chance? Vielleicht im Herbst, wenn der neue Haushalt kommt. Vielleicht nie mehr. Italiens grüne Verkehrswende rast auf Reserve – und der Tank ist leer.
