Italienischer fußball: machtkampf um den verbandspräsidenten droht!
Rom – Die Wahl des neuen Fußballverbandspräsidenten in Italien am 22. Juni könnte zu einem überraschenden Machtkampf führen. Während die Serie A seit Jahrzehnten den Takt angeben konnte, wollen die kleineren Vereine nun mitmischen und ihren Einfluss geltend machen. Doch wer wird die Wahlen gewinnen und welche Zukunftsperspektiven ergeben sich daraus?
Die ungewöhnliche kräfteverteilung im italienischen fußball
Die traditionelle Hierarchie im italienischen Fußball sieht vor, dass die Serie A, die erste Liga, das Sagen hat. Ihre Vereine verfügen über die meisten Delegierten und somit über das größte Mitspracherecht bei Wahlen. Doch die jüngste Reform des Fußballstatuts im November 2024 hat das Kräfteverhältnis verändert. Die Lega Nazionale Dilettanti, der Verband der Amateurvereine, hat nun mit 34% die größte Stimme. Die Serie B und C kommen zusammen auf 36%, während die Serie A lediglich 18% der Stimmen einnimmt. Ein Umstand, der die Top-Klubs bitter empfindet – und der den Druck erhöht, eine starke Allianz zu schmieden.
Doch was bedeutet das konkret? Es bedeutet, dass die Serie A ihre bisherige Dominanz verlieren könnte, wenn sich die Amateurvereine und die kleineren Profiklubs zusammenschließen. Eine Allianz zwischen Lega Pro und den Dilettanti könnte einen Kandidaten durchsetzen, der nicht aus den Reihen der Top-Vereine kommt. Das ist eine Situation, die die Klubs der Serie A nicht hinnehmen wollen.

Die kandidaten und ihre strategien
Bisher gibt es noch keinen offiziellen Kandidaten, der sich für die Wahl gestellt hat. Doch hinter den Kulissen laufen fieberhafte Gespräche. Die Serie A versucht, einen eigenen Mann ins Rennen zu schicken, der die Interessen der Top-Klubs vertritt. Allerdings scheinen die internen Differenzen groß, und es ist unklar, ob eine Einigung erzielt werden kann. Die Amateurvereine und die Lega Pro wissen um ihre Macht und werden versuchen, ihren Einfluss geltend zu machen. Es bleibt abzuwarten, ob sie einen gemeinsamen Kandidaten aufstellen oder ob sie versuchen, die Wahlen zu ihren Gunsten zu beeinflussen.
Die letzten Wahlen, insbesondere 2017, zeigten deutlich, wie knapp die Entscheidungen ausfallen können. Carlo Tavecchio setzte sich damals mit nur wenigen Prozentpunkten gegen Andrea Abodi durch. Das zeigt, wie wichtig jede einzelne Stimme ist und wie entscheidend die Allianzen sind.
Die Spielregeln sind klar: Um im ersten Wahlgang die Mehrheit zu erreichen, sind drei Viertel der Stimmen erforderlich. Im zweiten Wahlgang reichen zwei Drittel, im dritten dann nur noch die Hälfte plus eins. Es wird erwartet, dass die Vereine bis kurz vor dem Wahltag um Stimmen werben werden. Die Entscheidung könnte den italienischen Fußball nachhaltig prägen.
Die Klubs der Serie A wollen nach 20 Jahren endlich wieder einen eigenen Kandidaten an die Spitze bringen, doch das geringe Gewicht von 18% macht es ihnen schwer, sich durchzusetzen. Es bleibt spannend zu sehen, ob sie ihre Strategie ändern und eine breitere Koalition suchen müssen, um ihre Ziele zu erreichen.
