Italienischer fußball erschüttert: schiedsrichter-skandal droht!

Der italienische Fußball steckt im Chaos. Gianluca Rocchi, bis vor Kurzem noch Dreh- und Angelpunkt der Schiedsrichter-Koordination in Serie A und B, hat am Wochenende überraschend seinen Rücktritt erklärt – inmitten brisanter Ermittlungen wegen des Verdachts auf Sportbetrug. Ein Beben, das den italienischen Fußball seit Jahren nicht mehr erlebt hat.

Druck auf schiedsrichter und fragwürdige ansetzungen

Druck auf schiedsrichter und fragwürdige ansetzungen

Die Staatsanwaltschaft Mailand hat Ermittlungen eingeleitet, die Rocchi in den Verdacht stellen, Schiedsrichter beeinflusst und bei Ansetzungen gezielt Referees ausgewählt zu haben, die Inter Mailand begünstigen sollten. Konkret geraten mehrere Spiele der Saison 2025/2026 unter den Sucher. Gazzetta dello Sport berichtet von einem systematischen Eingreifen in die Unabhängigkeit der Schiedsrichter.

Andrea Gervasoni, der VAR-Supervisor, trat unmittelbar im Anschluss ebenfalls zurück. Diese Kaskade von Rücktritten deutet auf eine tiefgreifende Krise innerhalb des italienischen Schiedsrichterverbandes AIA hin. Die Verantwortlichen berieten sich am Samstagabend über weitere personelle Konsequenzen, doch konkrete Details blieben zunächst aus.

Rocchi selbst weist die Vorwürfe vehement zurück und beteuert, stets integer gehandelt zu haben. Sein Rücktritt begründete er mit dem Wunsch, den Ermittlungen nicht in die Quere zu kommen. Die italienische Sportjustiz hat ebenfalls Alarm geschlagen. Die Staatsanwaltschaft des Fußballverbands FIGC forderte die Ermittlungsakten aus Mailand an, um sich ein eigenes Bild von der Lage zu machen.

Sportminister Andrea Abodi kündigte Konsequenzen an, sollten sich die Anschuldigungen bestätigen. Die Parallelen zum „Calciopoli“-Skandal von 2006 sind unverkennbar. Damals wurde Juventus Turin aufgrund von Schiedsrichter-Manipulationen in die Serie B relegiert und verlor zudem die Meistertitel der Saisons 2004/05 und 2005/06. Die Erinnerung an diesen dunklen Fleck in der italienischen Fußballgeschichte ist noch immer lebendig.

Die Entscheidung von Rocchi, sich zurückzuziehen, wirft ein Schlaglicht auf die Anfälligkeit des italienischen Fußballs gegenüber externem Einfluss. Ob die Ermittlungen weitere Beteiligte ans Licht bringen werden und inwieweit das Vertrauen in die Integrität des Schiedsrichterwesens nachhaltig beschädigt wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Der italienische Fußball steht vor einer Zäsur.