Italien zittert vor nordirland – das sturm-desaster droht

Italiens Fußballzukunft steht am Donnerstagabend in Bergamo auf Messers Schneide. Gegen Nordirland muss die Squadra Azzurra gewinnen, sonst droht das dritte WM-Fiasko in Serie – und die Torgarantie kommt aus Saudi-Arabien.

Ein sturm, der keine tore schießt

Moise Kean vom Kellerkind Fiorentina und Mateo Retegui von Al-Qadsiah bilden das neue Dream-Duo in der Mitte. Kean traf acht Mal in 25 Liga-Einsätzen – das reicht, um Italiens Nummer eins im Angriff zu sein. Retegui wechselte im Sommer nach Saudi-Arabien, weil das Angebot „nicht nur sportlich, sondern auch finanziell überzeugte“, wie er damals sagte. Verbandspräsident Gravina schüttelte nur den Kopf: „Wir verlieren einen Leistungsträger.“ Jetzt hängt das Schicksal der vierfachen Weltmeister an jenem Stürmer, den sie selbst weggeschickt haben.

Die Zahlen sind brutal: Seit dem Finale von Berlin 2006 wartet Italien auf ein K.o.-Spiel bei einer WM. Die letzten beiden Playoff-K.o.s gegen Schweden 2017 und Nordmazedonien 2021 schmerzen noch heute. Trainer Gennaro Gattuso, seit Juni 2025 im Amt, versucht sich als Psychologe: „Unsere Schwäche ist, dass wir die Gefahr oft nicht erkennen.“ Er bat den Verband, das Spiel nicht ins 75.000-Personen-San-Siro zu verlegen, sondern in die kleine New Balance Arena. Weniger Publikum, weniger Druck – so hofft er, die Nerven seiner Spieler zu schonen.

Gianluca Scamacca, eigentlich Gattusos Liebling, fällt mit Adduktorenproblemen aus. Seine letzten Auftritte in der Champions League gegen Bayern München (1:6, 1:4) waren ohnehin ein Offenbarungseid. Italiens Offensive gleicht einem offenen Werkstattauto: viel Platz, aber kein Zündfunkt. Die Flügelstars Chiesa und Insigne fehlen längst, die neue Generation wartet noch auf den Durchbruch.

Das retegui-dilemma in zahlen

Das retegui-dilemma in zahlen

Retegui schoss 25 Liga-Tore für Atalanta – und ging trotzdem. In Saudi-Arabien erhielt er ein Vielfaches seines italischen Gehalts, doch die europäische Top-Liga fehlt ihm. Seit seinem Weggang erzielte er nur noch drei Treffer in 13 Länderspielen. Die italische Presse nennt ihn „den teuersten Notnagel der Geschichte“. Für Gattuso bleibt er trotzdem „unsere beste Option“, weil Alternativen noch dünnere sind.

Die U21 liefert keine Stürmer, die Serie A nur vereinzelt Talente. Der Verband diskutiert intern bereits über ein Offensiv-Programm für 2028 – zu spät für 2026. Gattuso muss jetzt liefern, sonst wird er zum dritten Trainer nacheinander, der Italien vor der WM versagt sieht. Die Quote, dass die Azzurri nach 90 Minuten weiterkommen, liegt bei 1,60 – ein Wert, der eher an Gruppengegner als an Weltmeister erinnert.

Um 20:45 Uhr ertönt der Anpfiff. Ein Land hält den Atem an. Gattuso sagt: „Wir müssen lockerer werden.“ Die Realität sieht anders aus: ganz Italien bibbert.