Bronny james liefert erste beweise – und j.j. redick nickt zufrieden
13 Minuten, 4 Punkte, 2 Steals – Zahlen, die sich nach Statistik-Lückenfüller anhören, waren für Bronny James dennoch ein halber Durchbruch. Gegen Indiana stand der 20-Jährige plötzlich da, wo er seit seinem Draft-Day hingehören will: im festen NBA-Rotationsslot der Lakers.
Redick stellt weichen neu – und meint es ernst
„Er hat sich wirklich verbessert“, sagte Head Coach J.J. Redick nach dem 29-Punkte-Sieg, der fast noch zum Krimi wurde. „Wir haben großes Vertrauen in ihn, und heute haben wir ihn wirklich gebraucht.“ Lob vom Chef ist im Lakers-Umfeld selten, erst recht, wenn der Sohn des Eigentümers mitspielt. Redicks Aussage klang nicht nach Standard-Phrase, sondern nach ehrmlicher Strategie.
Die Entscheidung fiel, weil James in der G-League nicht nur mitspielte, sondern dominierte – zumindest nach Redicks Maßstab. 9,4 Punkte, 3,8 Rebounds, 4,7 Assists in sechs Spielen – keine All-Star-Werte, doch der Coach betonte, er sei dort „der beste Spieler“ gewesen. Gemeint: der Einzige, der verteidigt, sprintet, den Ball bewegt und sich nicht in Isolation erträgt.

Doncic nennt den pullup-jumper den „wichtigsten wurf des spiels“
Luka Doncic, selbst Kind eines Basketball-Wunderkinds, erkannte das Signal. „In der Vorbereitung habe ich Dinge gesehen, die mich beeindruckt haben“, sagte der Slowene. „Sein Pullup vor vier Minuten war der wichtigste Wurf der Partie – da haben sie ihr Comeback gestartet, und er hat direkt geantwortet.“
Die Szene: Indiana war auf 13 Punkte herangekommen, Gainbridge Arena tobte. James nahm den Ball, zog aus dem Pick-and-Roll ab, traf. Die Führung war wieder doppelt, das Momentum weg. Ein einzelner Korblegen, aber mit Nachhall.
Bisher stand Bronny in 33 Einsätzen meist im Müllabschnitt auf dem Feld – 7,2 Minuten im Schnitt, 2,1 Punkte, 40,3 % Feldwurfquote. Gegen die Pacers durfte er an der Seite von Doncic und Davis agieren, statt gegen dritte Garde. Das macht den Unterschied zwischen Marketing-Minuten und echten.

Die frage bleibt: kann er das über 82 spiele?
Die Lakers sind im Playoff-Rennen, jede Rotation ist hart erkämpft. Redick betont Defense und Athletik – genau die Markenzeichen, mit denen James sich in South Bay bewies. Bleibt die Trefferquote vom College (37 % FG), wird er wieder ausfallen. Schafft er 45 % und hält Gegner auf 38 %, behält er den Platz.
Sein Vertrag ist garantiert, aber der Spot nicht. In zwei Tagen geht es nach Milwaukee, dann Boston. Wenn er dort wieder 10-plus Minuten spielt, war Indiana kein Zufall, sondern Startpunkt. Die NBA vergisft schnell, aber sie belohnt auch abrupt – wer sich in der G-League quält und plötzlich trifft, darf bleiben. Bronny weiß es, Redick auch. Die Uhr tickt, und diesmal läuft sie für ihn.
