Italien verpasst wm 2026: ein italienischer fußball-albtraum geht weiter!
Zenica, Bosnien-Herzegowina – Die Ernüchterung ist komplett: Italien ist erneut bei einer Weltmeisterschaft nicht dabei. Ein verlorener Elfmeterschießen gegen Bosnien-Herzegowina besiegelt das bittere Ende der Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme 2026 und wirft einen langen Schatten auf die Zukunft des italienischen Fußballs.

Zwölf jahre ohne wm-glanz – was ist los mit dem fußball-rekordmeister?
Es ist eine fast schon unfassbare Geschichte. Seit dem desaströsen Auftritt 2014 in Brasilien, als Balotellis Tor gegen England nur ein trügerischer Hoffnungsschimmer war, hat die italienische Nationalmannschaft die Weltmeisterschaften verpasst. Ein endloser Kreislauf aus Enttäuschungen, verfehlten Erwartungen und strategischen Fehlentscheidungen hat das Team in eine tiefe Krise gestürzt. Die Erinnerungen an Prandelli, Lippi und Spalletti scheinen wie Fersengänge, die den Weg nach oben blockieren.
Die Ironie des Schicksals liegt auf der Hand: Während Jannik Sinner die Welt des Skisports im Sturm erobert, kämpft der italienische Fußball mit seiner Identität. Die sozialen Medien spiegeln diesen Kontrast gnadenlos wider und zeigen die Bilder einer glorreichen Vergangenheit, die in schmerzlicher Diskrepanz zur Gegenwart steht. Die Hoffnung auf ein Comeback in Katar 2022 wurde durch das Ausscheiden gegen Nordmazedonien zunichte gemacht, und die jüngsten Auftritte bei der EM 2024 waren alles andere als überzeugend.
Die Ausdehnung des WM-Formats durch Infantino hat die Situation nicht verbessert. Vielmehr hat Italien gezwungen, sich seinen eigenen strukturellen Schwächen zu stellen. Dass nur Italien unter den Top-20 der FIFA-Weltrangliste bei der WM 2026 fehlt, ist ein alarmierendes Zeichen und ein Spiegelbild der tiefgreifenden Probleme im italienischen Fußball.
Die Verantwortung für diesen Zustand ist vielfältig. Von der verfehlten Talentförderung über die fehlende taktische Innovation bis hin zur politischen Unruhe im Verband – die Gründe für den Niedergang sind komplex und erfordern eine grundlegende Reform. Die Äußerungen von Gabriele Gravina, dem Präsidenten des italienischen Fußballverbands, über die Unterscheidung zwischen Profi- und Amateursport, zeigten zudem eine erschreckende Realitätsferne und trugen zur Lächerlichkeit der Situation bei.
Die Fans sind angefressen, die Experten sind ratlos. Die Frage ist nicht, ob Italien jemals wieder zu alter Stärke finden wird, sondern wie lange dieser qualvolle Zustand andauern wird. Die Bosnier haben mit ihrem Sieg nicht nur das Ticket zur WM gelöst, sondern auch eine Nation in Trauer versetzt.
Die Niederlage gegen Bosnien-Herzegowina ist mehr als nur ein verlorenes Spiel. Es ist ein Symbol für den Niedergang des italienischen Fußballs und ein Weckruf für alle Verantwortlichen. Die Zeit für leere Versprechungen und Ausreden ist vorbei. Es braucht jetzt eine radikale Neuausrichtung, eine neue Vision und vor allem eine neue Mentalität, um den italienischen Fußball wieder auf Kurs zu bringen.
