Italien tritt nach 32 jahren an: wm-ticket in puerto rico entscheidet sich jetzt
32 Jahre. So lange wartet Italien auf eine Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen. Am 11. März in San Juan flutscht der Ball wieder – und diesmal liegt der Einzug nicht im Reich der Träume, sondern in den eigenen Händen.

Das turnier in puerto rico ist ein fünf-tage-marathon
Die Azzurre landen früh, um den fünfstündigen Jetlag abzuschütteln und sich in der Hitze einzuspielen. Fünf Spiele in sieben Tagen, drei Tickets vergeben, ein Gegner bereits qualifiziert. Die Rechnung ist simpel: wer zweimal gewinnt, fährt im September nach Berlin. Doch wer zweimal verliert, fliegt nach Hause – und wartet weiter.
Der Gruppengegner USA ist längst gesetzt, Spanien zählt zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten, Neuseeland bringt WNBA-Erfahrung mit, Senegal Athletik, Puerto Rico den Lärm von 15.000 in der Coliseo Roberto Clemente. Trainer Andrea Capobianco schwört seine Spielerinnen auf das ein, was sie beherrschen: Transition, Verteidigung, Dreier. Er redet nicht vom WM-Traum, sondern vom nächsten Rebound.
Cecilia Zandalasini, 29, mit 127 Länderspielen dienstälteste Akteurin, nennt das Turnier „eine Art Playoff-Februar mitten in der Euroleague-Saison“. Ihr Körper wisse, dass er in den kommenden 168 Stunden keine Pause bekommt. Die Physios haben Eisbeutel und Kompressionsstrümppe im Gepäck, die Analysten 47 Clips von Brianna Stewart und 38 von Astou Ndour. Jede Sekunde zählt, jede Foul-Entscheidung wird live an den Bench gepusht.
Die zwölf Nominierten kommen aus Schio, Venezia, Campobasso und Salamanca. Sie haben 18 italienische Meistertitel, zwei EuroLeague-Pokale und eine Bronzemedaille von Athen 2025 im Koffer. Keine Superstars, dafür ein Kollektiv, das seit drei Jahren in derselben Formation spielt. Capobianco nennt das „unseren stillen Vorteil“. Laut wird es erst, wenn der Ball rollt.
Die Partie gegen Puerto Rico ist mehr als ein Auftakt – es ist ein Stimmungstest. Die Insel ist basketballverrückt, die Fans pfeifen schon beim Warm-up. Wer dort besteht, trägt das Selbstvertrauen nach Berlin. Wer dort zittert, darf gegen Spanien nicht mehr zögern. Die Uhr tickt lauter als in der Arena.
Präsident Gianni Petrucci hat drei Millionen Euro in Frauen-Basketball gesteckt, mehr als jede vorherige Führung. Er will keine Einzelaktion mehr, sondern „ein Jahrzehnt der Azzurre“. Die Quittung kann schon in zwei Werten kommen: entweder als Ticket oder als Blamage. Beides würde die Debatte über Nachhaltigkeit und Geld entfachen.
Der Countdown läuft. Am Dienstag um 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit trifft Italien auf Puerto Rico. Die Spielerinnen schlafen kaum, sie scrollen durch Stadienbilder und WhatsApp-Nachrichten von zu Hause. Irgendjemand schickt ein Foto des letzten WM-Auftritts 1994. Die Trikots waren damals noch aus Stoff, die Bälle aus Leder. 2026 sind sie schneller, leichter, hungriger. Und diesmal wollen sie nicht nur dabei sein – sie wollen bleiben.
Die Nacht von San Juan wird zeigen, ob 32 Jahre Warten einfach nur eine lange Pause waren oder ein Fluch. Die Azzurre haben die Antwort im Koffer. Jetzt müssen sie sie nur noch auspacken.
