Italien stoppt den wm-gau: tonali und kean retten die squadra azzurra
Die Squadra Azzurra atmet auf. Nach zwei verpassten Weltmeisterschaften steht Italien vor dem Sprung zurück auf die globale Bühne – und diesmal ist es kein frühes Aus, sondern ein knapper, aber lebenswichtiger Sieg.

Der bann ist gebrochen – aber wales wartet
In Bergamo war nichts von der alten italienischen Souveränität zu spüren. 70 Minuten lang plätscherte das Spiel gegen Nordirland vor sich hin, die Gäste standen tief, die Italiener ideenlos. Dann schlug Sandro Tonali zu. Sein Schlenzer aus 18 Metern ließ Keeper Peacock-Farrell keine Chance – und das Stadio Gewiss explodierte. 14 Minuten später legte Moise Kean nach und versiegelte das 2:0. Plötzlich war alles wieder möglich.
Trainer Gennaro Gattuso hatte vorab vom „wichtigsten Spiel meiner Karriere“ gesprochen. Die Zahlen untermauern seine Dramatik: Italien hat seit dem WM-Titel 2006 kein einziges K.o.-Spiel mehr bei einer Endrunde bestritten. Kein Wunder, dass die Spieler nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen lagen, als hätten sie ein Finale gewonnen. Tatsächlich war es nur ein Halbfinale.
Am Dienstag geht es nach Cardiff – oder nach Zenica. Wales und Bosnien-Herzegowina liefern sich am Sonntagabend ein zweites Finale, ehe der Gegner feststeht. Für Italien ist die Auswärtsbelastung kein Nebenschauplatz: Die letzten beiden verpassten Turniere begannen mit Playoff-Niederlagen auf fremdem Platz. Diesmal soll die Serie enden.
Während die Italiener noch feiern, schlägt bereits der nächste Hammer ein. Polen um Robert Lewandowski drehte gegen Albanien einen 0:1-Rückstand und trifft nun auf Schweden. Viktor Gyökeres ließ derweil der Ukraine keine Chance – drei Tore in 73 Minuten, Arsenal-Style. Die Türkei um Hakan Calhanoglu muss ins Kosovo reisen, Dänemark trifft auf Tschechien oder Irland. Die letzten Tickets für Nordamerika werden in dieser Woche verteilt – und niemand will erneut zuschauen müssen.
Italien hat die Kurve gekriegt, doch die eigentliche Prüfung folgt am Dienstag. Seit 2014 wartet die Fußballnation auf ein WM-Ticket. Ein Sieg in Wales – oder Bosnien – würde nicht nur ein Trophäenfoto wert sein, sondern ein nationales Trauma beenden. Die Uhr tickt. Die Squadra Azzurra ist gewarnt.
