Italia rettet sich in die letzte wm-hürle – polen dreht spät, türkei zittert

Roms Kolosseum atmete gestern auf. 2:0 gegen Nordirland, und die Squadra Azzurra darf weiter vom sechsten Stern träumen. Nach zwei verpassten Turnieren reicht jetzt ein einziger Sieg – aber der wird zum Seiltanz.

Gattuso zittert trotz doppel-schlag

56. Minute, Stadio Olimpico. Sandro Tonali nimmt den Abpraller volley, die Kugel zischt wie eine Katze durch den Strafraum. 1:0. Zehn Minuten vor Schluss serviert derselbe Tonali, Moise Kean vollendet. Die Fans jubeln, doch Gennaro Gattuso wirkt wie vor dem Spiel: „Das war nur die Halbzeit“, sagt er und wischt sich Schweiß aus dem Stoppelbart. Denn wer Italien kennt, weiß: Die große Angst vor dem letzten Schritt sitzt tief.

Lewandowski rettet polens abend

Lewandowski rettet polens abend

In Warschau lief es anders, aber genauso nervös. Bednareks Bock gegen Albanien – ein kapitaler Fehler – beschert den Gästen die Führung. Doch der Mann, den man in Barcelona nicht mehr wegdenkt, schaltet innerhalb von 180 Sekunden den Modus „Kopfball-Monster“. Lewandowski köpft zum Ausgleich, Zieliński lässt die Arena mit einem Traumtor aus 22 Metern explodieren. 2:1 – Polen düpiert die Krisenstimmung und bucht bereits das dritte WM-Ticket in Folge.

Türkei zittert sich zum glücklichen 1:0

Türkei zittert sich zum glücklichen 1:0

In Istanbul reicht ein Treffer von Ferdi Kadioglu, doch die Rumänen schenken 90 Minuten lang kein Byte an Raum. Arda Güler legt auf, die Defense atmet erst nach dem Abpfiff. Die Türkei lebt, aber mit klappernden Knien.

Die Nacht gehört auch dem Kosovo – 4:3 in der Slowakei – und der Ukraine, die Schweden mit 3:1 nach Hause schickt. Wales und Bosnien liefern sich ein Drama mit Verlängerung, Tschechien und Irland ebenfalls. Dänemark dagegen feiert ein ungefährdetes 4:0 gegen Nordmazedonien.

Morgen früh werden die letzten Tickets gelocht. Für Italien heißt es: Gewinne oder verschwinde – wieder einmal. Die Geschichte des Fußballs schreibt sich in Kreissägen, nicht in Sandkästen.