Littler räumt in berlin auf – 170-finish macht van gerwen platt
12.000 Kehlen in der Arena am Ostbahnhof, ein 19-Jähriger mit Nerven aus Titan und ein 170er-Finish, das wie ein Schlag ins Gesicht klingt. Luke Littler hat in Berlin das Endspiel der Premier League mit 6:4 gegen Michael van Gerwen gedreht – und endlich seinen ersten deutschen Sieg eingepackt.
Der auftakt war schwach, das finish umso brutaler
Zwei Wochen nach Dublin, vier Wochen nach Cardiff – Littlers dritter Tagessieg in Folge. Der Weltmeister rückt an die Tabellenspitze, Van Gerwen bleibt mit leeren Händen zurück. Die Niederlage sitzt tief, der Blick des Niederländers irrte nach dem letzten Dart wie ein Boxer, der den KO nicht kommen sah. Für Littler war es der erste Triumph auf deutschem Boden – ein Memento, das ihm lange gefehlt hatte.
Zwölf Major-Titel, neun davon Einzel, kein einziger hierzulande. Die Europameisterschaft in Dortmund und die Team-WM in Frankfurt stehen noch auf der offenen Rechnung. Die Buhrufe der vergangenen Jahre sind verstummt, stattdessen skandierten die Berliner seinen Namen. Littler winkte, grinste, ließ sich feiern – ein Bild, das vor zwölf Monaten noch undenkbar war.

Gian van veen kam vom krankenhaus direkt ins viertelfinal-aus
Nierensteine, Klinikaufenthalt, Start frei für Berlin – doch gegen Gerwyn Price war nach einem 1:6 Schluss. Der Waliser lieferte sich später ein Gemetzel mit dem Scoreboard, doch die Bühne gehörte am Ende einem einzigen Teenager. Luke Humphries, Titelverteidiger, war schon in Runde eins an Van Gerwen hängen geblieben – ein Warnschuss für alle, die glauben, die Liga sei schon gelaufen.
Sieben Spieltage bleiben, dann heißt es in London Finale. Littler fliegt mit Rückenwind, Van Gerwen mit Fruststoff im Gepäck. Die Liga ist offener denn je – und der nächste deutsche Stopp könnte erneut in ein Fest des Weltmeisters umschlagen. Wer jetzt aufhört zu glauben, dass ein 19-Jährer die Darts-Welt erneut auf den Kopf stellt, verpasst die nächste Runde.
