Italien am boden: wm-trauma geht weiter!
Ein Schock, der durch das ganze Land hallt: Italien hat erneut eine Weltmeisterschaft verpasst. Im Elfmeterschießen gegen Bosnien-Herzegowina scheiterte die Nationalmannschaft und besiegelt damit eine bittere Serie. Die Fans sind fassungslos, die Politik fordert Umwälzungen – und die Frage bleibt: Was nun mit dem italienischen Fußball?
Die demütigung in der verlängerung
Die Atmosphäre im King Bar in Rom war kaum zu ertragen. Nach 120 Minuten kämpferischem Widerstand, der jedoch nicht zum entscheidenden Tor reichte, folgte der Alptraum des Elfmeterschießens. Alessandro Bastonis Rotphase in der ersten Halbzeit hatte die Aufgabe zusätzlich erschwert. Die Bosnier waren eiskalt, die italienischen Spieler zitterten. Der Jubel in Sarajevo war ohrenbetäubend – in Rom herrschte tiefe Stille.
Die italienischen Zeitungen sprechen von einer weiteren „Apokalypse“, einer Demütigung, die tiefe Wunden hinterlässt. Der „Messaggero“ titelt: „Eine neue Brutalität“, während die „Gazzetta dello Sport“ von einem „Albtraum, der weitergeht“ berichtet. Die Resignation ist spürbar, die Wut verflogen – nur noch Trauer und Enttäuschung bleiben zurück.

Gattuso kämpft mit den tränen
Nationaltrainer Rino Gattuso stand nach dem Spiel vor den Kameras und kämpfte sichtlich mit den Tränen. Er entschuldigte sich bei den Fans, bei den Kindern, die nun wieder eine Weltmeisterschaft ohne Italien verpassen müssen. „Es tut einfach nur weh“, gestand er.
Seine Zukunft ist ungewiss. Präsident Gabriele Gravina hat ihm zwar seine Unterstützung zugesagt, doch der Druck ist enorm. Die Forderungen nach einem Neuanfang werden lauter, und nicht nur im Trainerstuhl.

Politik und fans fordern umbruch
Auch aus der Politik kommt Kritik. Die Lega fordert den Rücktritt von Verbandspräsident Gravina. Die Fans sind anderer Meinung: „Es müssen die Vereine in der Serie A in die Pflicht genommen werden“, so ein Fan aus Rom. „Die Nationalmannschaft muss wieder wichtiger sein als die Liga!“
Die Fankultur, die stark auf die Vereine fokussiert ist, könnte ein Grund für die anhaltende Krise des italienischen Fußballs sein. Während Tennisstar Jannik Sinner eine Tennis-Welle auslöst, scheint die Begeisterung für die Nationalmannschaft zu schwinden. Es braucht eine neue Generation, eine neue Leidenschaft – und einen radikalen Umbruch.
Die „Apokalypse“ geht weiter. Aber vielleicht, so die Hoffnung, ist sie auch der Anfang einer notwendigen Veränderung. Denn eines ist klar: Italien kann so nicht weitermachen.
