Italia plantiert flagge im wilden westen: toronto und utah werden wm-basislager

Die Qualifikation ist noch offen, doch der Plan steht: Wer Italiens Play-off-Knaller überlebt, muss zweimal umziehen – erst nach Kanada, dann in die rote Wüste Utahs. Die FIFA hat die Basislager der 13 noch unbekannten Teams verteilt, und das Azzurri-Szenario liest sich wie ein Roadmovie: Toronto für den Auftakt, Herriman für den Tiefschlag, Seattle für das Finale der Gruppe B.

Der play-off-sieger landet mitten in john-wayne-kulissen

Hinter der Entscheidung steht Logik mit Western-Flair. Am 12. Juni eröffnet die Squadra gegen Gastgeber Kanada im Nordosten, nur einen Steinwurf vom Niagarafall entfernt. Statt nach jedem Training über den Kontinent zu jetten, zieht das Team vom 6. Juni an für eine Woche nach Toronto – kurze Flüge, keine Jetlag-Falle. Dann der Wechsel in den Westen: Herriman, 30 Kilometer südlich von Salt Lake City, wurde zur USA-Football-Hochburg umgebaut, bietet sieben Plätze, High-Performance-Lab und Blick auf die Oquirrh Mountains, wo einst John Wayne Indianer jagte.

Der Zeitplan ist straff. Vier Tage nach dem Kanada-Spiel geht es für die Azzurri nach Inglewood, Los Angeles, zum Duell mit der Schweiz. Weitere fünf Tage später folgt in Seattle das letzte Gruppenspiel gegen Katar. Insgesamt 4.800 Kilometer in zwölf Tagen – ein Programm, das selbst erprobte NBA-Profis ins Schwitzen bringt.

Warum utah trotzdem die beste karte ist

Warum utah trotzdem die beste karte ist

Klingt nach Streckenhölle, rechnet sich aber. Die Höhenlage von rund 1.400 Metern in Herriman pusht die roten Blutkörperchen, die trockene Hitze schont die Gelenke, und die Zeitzone (Mountain Time) verhindert den berüchtigten inneren Zickzack zwischen Europa und Pazifik. Roberto Mancini hat schon 2013 bei der Konföderationen-Pokal-Vorbereitung in Colorado ähnliche Bedingungen gelobt – damals gewann Italien gegen Mexiko und Japan.

Die Konkurrenz schaut neidisch. Schweiz und Katar müssen sich in Kalifornien einquartieren, wo die Sommerhitze über 40 Grad klettern kann. Kanada wiederum schwört auf Vancouver, doch die Reise von dort nach Toronto dauert fünf Flugstunden – ein Handicap, das Italien mit seinem Split-Camp umgeht.

Kean hat schon angekündigt: „Ohne Italien ist diese WM nur halb so laut.“ Wenn der Play-off-Sieger tatsächlich nach Utah reist, könnte das Gelände in Herriman zur Stahlgießerei der Träume werden – mitten im Wilden Westen, wo einst Cowboys die Revolver zogen, nun Fußballhelden die Tore erzielen.