Irans fußballerinnen sitzen in malaysia fest – zwischen krieg und familie

Australien oder Iran – das klingt nach einer Reiseentscheidung, ist aber eine Frage, die das Leben dieser Frauen für immer verändern kann. Die iranische Frauennationalmannschaft befand sich gerade bei einem Turnier in Australien, als der Krieg zwischen dem Iran, den USA und Israel ausbrach. Plötzlich war nichts mehr selbstverständlich: nicht die Heimreise, nicht die Sicherheit der Familie, nicht mal der nächste Morgen.

Zwischen raketen und repressalien – eine entscheidung ohne gute option

Zwischen raketen und repressalien – eine entscheidung ohne gute option

Die australischen Behörden machten den Spielerinnen ein konkretes Angebot: Visa, Schutz, eine Chance auf ein neues Leben. Doch das Angebot hatte seinen Preis. Wer bleibt, riskiert, die eigene Familie im Iran nie wiederzusehen. Und wer zurückkehrt, fährt in ein Land, in dem Raketen einschlagen.

Aber der Krieg ist nicht die einzige Bedrohung. Beim Turnier in Australien hatten einige Spielerinnen die iranische Nationalhymne nicht mitgesungen – ein stiller Protest, der im Iran alles andere als still aufgenommen werden dürfte. Die Machthaber in Teheran sind bekannt dafür, dass sie sich an denen rächen, die öffentlich aufbegehren. Und wenn die Spielerinnen selbst unerreichbar sind, können es eben die Angehörigen treffen.

Eine australische Fachfrau, die die Mannschaft betreute, beschreibt die Atmosphäre so: „Sie standen unter großem Stress. Sie wussten nicht, was sie tun sollten.