Iranischer fußball-skandal: ausreise-chaos und bittere kritik von ghalenoei!

Los Angeles – Eine Farce, ein Desaster, eine unglaubliche Ungerechtigkeit: So lassen sich die Ereignisse rund um die iranische Nationalmannschaft bei der WM in den USA am besten zusammenfassen. Nach bereits einem holprigen Turnierverlauf hat der Trainerstuhl nun endgültig Feuer gefangen.

Ghalenoei: "ein skandal, der die konkurrenz in den schatten stellt"

Ghalenoei: "ein skandal, der die konkurrenz in den schatten stellt"

Trainer Amir Ghalenoei ließ seiner Frustration in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Belgien freien Lauf. Er schilderte ein kafkaeskes Szenario: Die Mannschaft sollte eigentlich bereits am Vortag von Tijuana nach Los Angeles reisen, doch die Einreise verzögerte sich ohne erkennbaren Grund. "Wir wurden stundenlang im Stich gelassen, ohne dass jemand etwas sagte!", wetterte Ghalenoei.

Die Vorbereitung auf das entscheidende Spiel gegen Belgien, ein Duell mit Stars wie Lukaku und De Bruyne, war somit erneut von Chaos überschattet. Das Team musste das Training vorzeitig abbrechen und kam in einem Zustand an, der weit entfernt von optimalen Bedingungen war. Ghalenoei betonte, dass er keine offizielle Beschwerde bei der FIFA eingereicht habe, sondern lediglich sein Unbehagen zum Ausdruck gebracht habe. "Wir haben nur 16 Stunden Zeit gehabt, um uns vorzubereiten – in normalen Umständen hätten wir doppelt so viel Zeit gehabt!"

Die verpasste Chance: Besonders bitter ist, dass die Mannschaft am 26. Juni gegen Ägypten in Seattle unter wesentlich besseren Bedingungen spielen wird – mit zwei Tagen Vorlaufzeit, wie es für andere Teams üblich ist. "Warum das gegen Ägypten möglich sein soll und nicht gegen Belgien oder Neuseeland, ist mir schleierhaft!", fragte sich Ghalenoei rhetorisch.

Doch der Ärger von Ghalenoei geht noch weiter. Er beklagt den Mangel an Solidarität von anderen Trainern. "Keiner hat sich zu Wort gemeldet! Der belgische Trainer redet von Politik und Fußball, aber andere haben sich nicht geäußert. Bei einer solchen Ungerechtigkeit hätte ich etwas gesagt!"

Die Situation wird durch den Beginn des muslimischen Monats Muharram noch verstärkt, einer Zeit des Gedenkens und der Trauer, die für die iranische Bevölkerung von großer Bedeutung ist. Die Fußballprobleme überschatten dieses wichtige religiöse Ereignis und sorgen für zusätzliche Spannungen.

Ghalenoei betonte, dass die Mannschaft für ihre Märtyrer und ihr Land spiele. Er wünscht sich, dass die Welt dies erkennt und dass sich solche Vorfälle bei zukünftigen Wettbewerben nicht wiederholen. Ein Appell, der aus tiefstem Herzen kommt: "Wir spielen für unsere Ehre, für unser Volk – und wir dürfen nicht durch solche organisatorischen Fehler benachteiligt werden!"

Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob die FIFA und die amerikanischen Behörden noch in der Lage sind, die Situation zu bereinigen und den iranischen Spielern eine faire Chance auf WM-Erfolg zu ermöglichen. Es bleibt zu hoffen, dass die bevorstehenden Spiele in Seattle nicht erneut von externen Einflüssen überschattet werden.