Iranische fußballer landen in tijuana – visa-chaos überschattet wm-vorbereitung
Ein dramatischer Start in die WM-Vorbereitung: Die iranische Fußball-Nationalmannschaft ist am frühen Sonntagmorgen in Tijuana, Mexiko, gelandet. Die Anreise war von einem wochenlangen, hitzigen Visa-Streit mit den USA überschattet, der nun die sportliche Vorbereitung erheblich beeinträchtigt.

Verhandlungen am rande des scheiterns
Die Erleichterung über die schließlich doch erteilten Visa war kurzlebig. Wie das iranische Staatsfernsehen meldete, wurden 15 Mitgliedern der Delegation die Einreise in die USA, wo ein Großteil der WM-Spiele stattfinden, verweigert. Eine Entscheidung, die die iranische Botschaft in der Türkei scharf verurteilte und eine „willkürliche und diskriminierende Behandlung“ anprangerte. Der Botschafter in Mexiko gab zudem bekannt, dass die Delegation am selben Tag in die USA ein- und wieder ausreisen müsse – eine logistische und psychologische Belastung für das Team.
Die Reisestrapazen sind immens: Die ersten beiden Vorrundenpartien gegen Neuseeland (16. Juni) und Belgien (21. Juni) finden in Los Angeles statt, bevor es am 27. Juni nach Seattle geht. Jede dieser Reisen erfordert eine Einreise in die USA und eine sofortige Rückreise. Ein Wettlauf gegen die Zeit, der die Spieler physisch und mental an ihre Grenzen bringen wird.
Mehdi Taj, der Präsident des iranischen Fußballverbandes und selbst von der Visa-Verweigerung betroffen, hatte am Sonntag im Fernsehen von einer Einreisegenehmigung am Vortag der Spiele gesprochen. Diese Aussage steht im krassen Widerspruch zu den vorherigen Informationen und wirft weitere Fragen auf. Die FIFA und die USA haben sich bislang zu der Angelegenheit geschwiegen.
Die Entscheidung, das Trainingslager von Tucson, Arizona, nach Tijuana zu verlegen, erfolgte bereits im Mai. Die angespannten Beziehungen zwischen Iran und den USA, die durch die jüngsten Bombardierungen durch die USA und Israel im Februar weiter verschärft wurden, dürften diesen diplomatischen Konflikt zusätzlich befeuert haben. Die Fans in Tijuana empfingen das Team mit iranischen Flaggen, doch die Atmosphäre war von Anspannung und Unsicherheit geprägt.
Es bleibt abzuwarten, ob sich die Situation vor dem ersten Spiel noch entschärfen wird. Fest steht jedoch, dass der Visa-Streit die Vorbereitung der iranischen Nationalmannschaft auf die WM erheblich gestört hat und die sportlichen Ambitionen des Teams ernsthaft gefährdet. Die Welt blickt gespannt auf die kommenden Tage – nicht nur auf das Spielfeld, sondern auch auf die politischen Hintergründe dieses ungewöhnlichen Dramas.
