Iran: wm-debakel durch politische intrigen und bittere schicksalsschläge

Die Welt staunt, die Fußballfans sind fassungslos: Irans Ausscheiden aus der WM 2026 ist mehr als nur eine sportliche Niederlage. Es ist der traurige Höhepunkt einer Serie von Unglücken, politischen Manövern und schlichtweg unglücklichen Umständen, die das Team von Amir Ghalenoei zu einem der am meisten benachteiligten Teilnehmer in der Geschichte der Weltmeisterschaften gemacht haben.

Ein team im clinch mit der realpolitik

Noch bevor der erste Ball in die Luft ging, befand sich der iranische Kader bereits im Griff eines administrativen Albtraums. Die Vereinigten Staaten, das Gastgeberland, verweigerten 15 Schlüsselmitgliedern des Teams – darunter Taktikexperten, Mediziner und Journalisten – die Visa. Ein Schlag ins Gesicht für den Sport, der eigentlich Brücken bauen soll. Und dann die Entscheidung, Mehdi Taj, den Präsidenten des iranischen Fußballverbands, aufgrund seiner angeblichen Verbindungen zum Korps der Revolutionäre Garde (IRGC) auszuweisen, während dieser gleichzeitig eine wichtige Figur im iranischen Fußball ist. Die Situation war absurd.

Es ist kaum zu glauben, dass ein Gastgeberland eines WM-Turniers gleichzeitig in einem Konflikt mit einem teilnehmenden Team steht. Ein unsichtbares Hindernis, das den iranischen Spielern die Möglichkeit nahm, unter fairen Bedingungen anzutreten.

Minutenschicksal und verpasste chancen

Minutenschicksal und verpasste chancen

Die bittere Ironie des Schicksals ließ nicht lange auf sich warten. Ein vermeintlicher Treffer von Shoja Khalilzadeh in der 96. Minute gegen Ägypten wurde durch den VAR aufgrund eines hauchdünnen Abseits zurückgenommen – eine Entscheidung, die selbst hartgesottene Fußballfans sprachlos machte. Und dann noch das Unentschieden von Österreich gegen Algerien in der 96. Minute, ein Resultat, das Irans Traum vom Einzug ins Achtelfinale zunichte machte, nachdem Algerien in der 93. Minute durch Mahrez in Führung gegangen war. Ein Spiel, das sich in einem völlig unglaublichen Finale entfaltete.

“Sie haben alles versucht, um uns aus dem Turnier zu drängen, es ist ein Desaster”, kommentierte der verärgerte Stürmer Mehdi Taremi nach dem Spiel gegen Ägypten. Seine Worte spiegeln die Frustration und das Unverständnis eines gesamten Landes wider.

Innenpolitische turbulenzen und ein gespaltenes land

Innenpolitische turbulenzen und ein gespaltenes land

Doch das war noch nicht alles. Der Konflikt zwischen dem Iran, den Vereinigten Staaten und Israel im Februar 2026 führte zur Aussetzung der heimischen Liga, wodurch die meisten iranischen Spieler (17 von 26) monatelang ohne Wettkampfrhythmus waren. Hinzu kam die politische Ächtung von Sardar Azmoun, dem dritten erfolgreichsten Torschützen des Landes, der nach einer Veröffentlichung eines Fotos mit dem Herrscher von Dubai aus dem Kader gestrichen wurde – eine Entscheidung, die selbst innerhalb des Landes auf heftige Kritik stieß.

Die Atmosphäre in den Stadien war von einer tiefen Polarisierung geprägt. Teile der iranischen Diaspora nutzten die Spiele, um gegen das Regime in Teheran zu protestieren, buhten die Nationalhymne und zeigten die verbotene “Löwen-und-Sonne”-Flagge, ein Symbol der iranischen Monarchie. Ein Spiegelbild der zerrissenen Gesellschaft, das sich in den Stadien manifestierte.

Tijuana als unerwartete heimat

Tijuana als unerwartete heimat

Ein Lichtblick in diesem dunklen Kapitel war die außergewöhnliche Solidarität, die das iranische Team in Tijuana, Mexiko, fand. Die Stadt wurde zu einer inoffiziellen “WM-Heimat” für die iranische Mannschaft, die mit offenen Armen empfangen wurde. Ein Beweis dafür, dass der Sport trotz aller politischen Hindernisse Menschen verbinden kann.

Die iranische Nationalmannschaft verlässt die WM 2026 ungeschlagen, aber mit dem bitteren Gefühl, nicht unter fairen Bedingungen gespielt zu haben. Ein Team, das Opfer von politischen Intrigen, unglücklichen Umständen und einer gehörigen Portion Pech wurde. Der Fußball hat sich an ihnen gerächt – und die Welt hat Zeuge eines historischen Unrechts geworden.