Iran sagt wm 2026 ab – trump versprach startplatz, teheran antwortet mit kriegsvorwurf
Der Iran ist raus. Drei Monate vor dem Anpfiff in Kanada, Mexiko und den USA verweigert Teheran eine Teilnahme an der WM 2026 und schickt Donald Trump eine diplomatische Ohrfeige hinterher.
Sportminister Ahmad Donjamali ließ in einem TV-Interview keine Deutlichkeit vermissen: „Diese korrupte Regierung hat unseren Führer ermordet, wir haben unter keinen Umständen Bedingungen, um an der WM teilzunehmen.“ Die Worte klingen wie ein Kriegsmanifest. Faktisch bedeuten sie: Kein iranisches Nationalteam wird im Sommer im CONCACAF-Dreiland-Turnier antreten.

Die rechnung: boykott kostet mehr als eine halbe million euro
FIFA-Statuten sind knallhart. Wer 30 Tage vor Turnierbeginn abspringt, zahlt 250 000 Schweizer Franken. Danach verdoppelt sich die Summe. Dazu kommen bereits ausgezahlte Vorbereitungsgelder – und der mögliche Ausschluss von WM 2030. Für ein Land, das ohnehin unter internationalen Sanktionen leidet, ist das ein Schlag in die Staatskasse.
Trump hatte noch vergangene Woche FIFA-Boss Gianni Infantino persönlich beruhigt: Der Iran sei willkommen. Die Antwort aus Teheran folgt postwendend und bricht mit jeder sportlichen Logik. Die geopolitische Schlagzeile überlagert das Turnier, beim ersten 48-Team-WM-Format überhaupt.
Der Vorlauf war dramatic genug. Beim Frauen-Asienpokal in Australien nahmen mehrere iranische Spielerinnen humanitäre Visa an – und blieben. Irans Fußballpräsident Mehdi Tadsch fragte öffentlich: „Wer schickt seine Mannschaft freiwillig in ein Land, das uns als Erzfeind behandelt?“
Die Eskalation im Nahen Osten schwappt damit direkt auf den größten Bühnen der Sportwelt über. Die FIFA steht vor einem Scherbenhaufen: Ein leerer Startplatz, ein politisch brisantes Vakuum und ein Präzedenzfall, der Fragen aufwirft über Macht, Geld und Moral im Weltfußball.
Die Uhr tickt. Die Auslosung der Gruppen steht unmittelbar bevor. Wer den Platz des Iran einnimmt, ist offen. Klar ist nur: Ein Land, das sich selbst ausschließt, kauft sich mit 550 000 Euro frei – und riskiert, bei der nächsten WM nicht einmal mehr zum Zug zu kommen.
