Iran doch zur wm: visa-marathon endlich beendet!
Ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit ist beendet: Die iranische Nationalmannschaft darf doch zur Weltmeisterschaft in den USA reisen. Nur wenige Tage vor dem ersten Spiel gegen Neuseeland wurden die lang ersehnten Visa für Spieler, Trainer und Betreuer ausgestellt – eine Erleichterung, die in der iranischen Delegation für Erleichterung sorgt.
Der krieg und seine folgen: ein holpriger weg zur wm
Die Qualifikation für die WM war für den Iran von Anfang an von politischen Spannungen überschattet. Der Konflikt mit den USA und Israel hatte zu Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Spieler geführt und die Visabearbeitung erheblich erschwert. Präsident Donald Trump hatte im März sogar von einer Teilnahme des Iran abgeraten, was zu einer kurzfristigen Verlegung des Trainingslagers von Tucson, Arizona, nach Tijuana, Mexiko, zwang. Die mexikanische Botschaft in Ankara hatte jedoch bereits die notwendigen Einreisepapiere für Mexiko ausgestellt.
Ein US-Beamter bestätigte nun die Erteilung aller Visa. Ob es Ablehnungen gab, ist unklar, aber die Pässe mit den begehrten Stempeln sollen das Team bereits an diesem Wochenende erreichen. Tom Barrack, der US-Botschafter in der Türkei, äußerte sich auf X (ehemals Twitter) versöhnlich: „Sport kennt keine Grenzen, und wir freuen uns darauf, Wettkämpfer und Fans aus aller Welt willkommen zu heißen.“ Seine Worte wirken wie ein kleines Wunder in einer angespannten Lage.

Antalya, tijuana, inglewood: ein turbulenter vorbereitungsplan
Die Vorbereitungen für die WM waren alles andere als geradlinig. Nach der Absage des Trainingslagers in den USA bereitete sich das Team zunächst in Antalya, Türkei, auf die Spiele vor, bevor es weiter nach Tijuana zog. Von dort aus geht es nun in die USA, wo die iranische Mannschaft ihre ersten beiden Spiele in Inglewood, Kalifornien, bestreiten wird: am 15. Juni gegen Neuseeland und sechs Tage später gegen Belgien. Ein weiterer Einsatz folgt am 26. Juni in Seattle gegen Ägypten.
Die Spannung steigt, denn ein hochbrisantes Duell mit den USA könnte im Sechzehntelfinale in Arlington, Texas, am 3. Juli tatsächlich Realität werden – vorausgesetzt, beide Mannschaften schaffen es, in ihren jeweiligen Gruppen den zweiten Platz zu belegen. Die Wahrscheinlichkeit dieses direkten Aufeinandertreffens ist angesichts der politischen Hintergründe umso größer.
Es bleibt zu hoffen, dass der Sport trotz der bestehenden Spannungen seinen gerechten Lauf nimmt und die Spieler die Möglichkeit haben, ihr Können zu zeigen. Denn eines ist klar: Die WM in den USA wird auch ein Spiegelbild der komplexen internationalen Beziehungen sein, ein Wettkampf, der weit über den grünen Rasen hinausgeht.
