Iraks kriegs-kicker fliegen trotz geschlossenem luftraum nach mexiko
Ein Charterjet soll Basra in Richtung Monterrey starten, bevor die Raketen wieder fliegen. Iraks Fußballer jagen das WM-Ticket, während ihre Heimat brennt. Am 31. März treten sie im Play-off gegen Bolivien oder Suriname an – 39 Jahre nach der letzten WM-Teilnahme.
Dirjal zwingt fifa zur sondergenehmigung
Verbandschef Adnan Dirjal musste die FIFA anrufen, um überhaupt starten zu dürfen. Seit 28. Februar ist der irakische Luftraum gesperrt, US- und israelische Jets kreisen, Teheran schoss Drohnen ab. Doch Dirjal ließ sich nicht aufhalten: „Wir fliegen mit privatem Jet, FIFA-Sicherheitsgarantie liegt vor.“ Die Entscheidung fiel erst am Samstag, nachdem die Hoffnung auf Verlegung zerplatzte.
Die Spieler? Einige sitzen in Kuwait fest, andere in Dubai. Die Klubs zögerten, die Freigabe zu erteilen – schließlich drohen Verletzungsrisiken und Reisestress. Dirjal muszte persönlich anrufen: „Wir reden hier über Geschichte. Wer will schon erklären, warum er 2026 fehlt?“

Graham arnold bastelt an b-team-notlösung
Nationaltrainer Graham Arnold blickt auf improvisierte Trainingseinheiten. Basra Aymen Hussein, Topscorer der asiatischen Quali, konnte nur zweimal mit der Mannschaft trainieren. Die Leihspieler aus Katar und Saudi-Arabien fehlen komplett – Visa-Probleme. Stattdessen starten fünf U-23-Akteure, die zuletzt in Amman gegen Jordanien testeten. „Wir werden nicht perfekt sein, aber wir werden kämpfen“, sagt Arnold.
Die Gegner warthen. Bolivien schickt ein Team mit neun Europaleuten, Suriname setzt auf niederländische Legionäre. Der Sieger landet in Gruppe I mit Frankreich, Senegal und Norwegen – ein Horrorlos für jeden Außenseiter. Dennoch: Für Irak wäre schon das Erreichen des Turniers ein Sieg über die Realität.
Die Uhr tickt. In Basra zählen die Mensaren die Stunden bis zum Abflug, nicht bis zum Absturz. Wenn das Flugzeug am Dienstag startet, wird es nicht nur Spieler an Bord haben, sondern die Träume von 46 Millionen Menschen. Die FIFA wird zuschauen, die Welt auch. Und wenn der Ball am 31. März rollt, zählt nur noch eins: der Stand auf der Anzeigetafel. Keine Raketen, keine Politik – nur 90 Minuten, die 39 Jahre Warten überspielen können.
