Inter-firenz: calhanoglu kehrt zurück – chivu setzt auf jugend und erfahrung
Endlich wieder dabei: Nach zwei Liga-Spielen Zwangspause kehrt Hakan Calhanoglu in die Startelf der Nerazzurri zurück. Der türkische Regisseur hat seinen dritten Muskelverletzung dieser Saison abgehakt, wie Coach Cristian Chivu am Samstag bestätigte.
Die Nachricht kommt zur richtigen Zeit. Mit null Punkten aus den letzten zwei Spielen droht der Tabellenführer zu stolpern. Calhanoglus Rückkeur hebt die Stimmung vor dem Topspiel in der Artemio-Franchi: „Er ist bereit, die Fäden zu ziehen“, sagt Chivu knapp. Die Zahlen sprechen für ihn: fünf Tore, sieben Vorlagen – nur Lautaro Martínez war öfter direkt an Treffern beteiligt.
Defensive umgebaut: bastoni fraglich, augusto rückt nach
Alessandro Bastonischaukelt noch auf Krücken. Die Tibiakontusion aus dem Derby hält den Innenverteidiger weiter auf Trab, auch weil Nationalcoach Gennaro Gattuso ihn für die Play-offs nominiert hat. Bis Donnerstag muss das Azzurri-Medizin-Team mit Inter klären, ob er gegen Nordirland einsatzfähig ist. Sollte Bastoni ausfallen, rückt Carlos Augusto in die Dreierkette, flankiert von Yann Bisseck und Manuel Akanji. Plan B: Stefan de Vrij in die Mitte, Akanji links.
Chivu verbannte dafür jede Spur von Experimentierlaune. Die einzige offene Frage ist links außen: Federico Dimarco oder der wendige Denzel Dumfries? Beide lieferten in der Woche Testspiel-Auftritte auf höchstem Niveau ab. Die Entscheidung fällt erst kurz vor dem Abflug nach Florenz.

Neue doppelspitze: esposito und thuram zum 17. mal gemeinsam
Vorne wird Pio Esposito erneut an der Seite von Marcus Thuram stürmen. Die Duo-Bilanz: 620 Minuten, vier Siege, zwei Remis, ein Tor im Schnitt alle 155 Minuten. Dabei ist Esposito erst 19 Jahre alt. „Er hat keine Scheu, er will lernen“, sagt Chivu über den Youngster, der im Dezember gegen Venedig sein Profi-Debüt gab.
Chivu lud erstmals auch Matteo Spinaccè (19) und den französischen Innenverteidiger Yvan Maye (20) ins Aufgebot ein. Maye feierte gestern Geburtstag – und direkt seine vierte Einladung in den Profikader. „Wir mischen Erfahrung mit Frische“, erklärt der Rumäne. Die Botschaft an die Konkurrenz: Wer leistet, spielt – unabhängig vom Pass oder dem Geburtsdatum.
Lautaro Martínez und Henrikh Mkhitaryan fehlen weiterhin. Der Kapitän blieb in Mailand, um individuelle Laufbandarbeit zu absolvieren, der Armenier absolviert noch Reha an der Adduktorenmanschette. Ihr Comeback ist für die Länderspielpause eingeplant.
Die Stunde der Wahrheit schlägt Sonntag um 20.45 Uhr. Gewinnt Inter, verkürzt die Florenz-Elf auf fünf Punkte – und Calhanoglu könnte endlich wieder seine Freistoss-Qualitäten unter Beweis stellen. Verliert die Nerazzurri, wird die Meisterschaft zur Nervenprobe. Eines steht fest: Mit oder ohne Bastoni – Chivus Mischung aus Jugend und Routine will den Titel nicht mehr aus der Hand geben.
