Inter unter schiedsrichter-beschuss: marotta kocht vor wut

Die Luft im Giuseppe-Meazza ist dick, und das nicht nur wegen des 1:1 gegen Atalanta. Hinter den Kulissen brodelt es seit Monaten. Jetzt platzt den Nerazzurri der Kragen.

Der var-eklat von mailand

Der var-eklat von mailand

Schon wieder Frattesi. Schon wieder kein Elfmeter. Schon wieder Manganiello und sein Video-Assistent Gariglio, die auf „weiterspielen“ drückten, obwohl die TV-Bilder ein klares Foul an Frattesis Sprunggelenk zeigen. Die Szene war so offensichtlich, dass selbst die Liga-Schiedsrichter-Vergabe nachträglich eingeräumt hat: „Der VAR hätte eingreifen müssen“, zitiert Gazzetta dello Sport interne Protokolle. Doch das nützt Inter wenig – die zwei Punkte sind weg.

Die Wut hat System. Seit dem Saisonfinale 2023/24 sammelt die Klubführung eine Liste mit angeblichen Pfiff-Pannen: N’Dickas Rempler an Bisseck im Rom-Duell, Bissecks Hand-Strafstoß gegen Lazio, das umstrittene Penalty für Napoli im Oktober. Jedes Mal Marotta vor den Mikros: „Wir wollen verstehen, wie VAR funktioniert, denn die Linie ändert sich ständig.“

Dabei lieferte Inter selbst den ersten Schmierstoff für die Verschwörungstheoretiker: Bastonis Schwalbe im Januar gegen Juve wurde mit gelb-Rot sanktioniert, half aber dennoch zum Sieg. Seitdem, so die interne These, würden die Unparteiischen subtil „korrigieren“, um keinen Vorwurf der Bevorzugung aufkommen zu lassen. Psychologie statt Komplott – funktioniert trotzdem gegen die Tabellenführer.

Dumfries schwört, dass Sulemana ihn traf. Chivu flog raus, weil er es lautstark sagte. Und Thuram? Der Franzose wirkt seit Lautaros Absenz wie ausgewechselt, trifft nicht mehr, lenkt die Aufmerksamkeit auf sich – und weg vom VAR-Desaster. Perfekte Ablenkung misslingt, weil die Curva nicht mitspielt. Ihr Sprecher nach dem Abpfiff: „Rigore solare“ – Sonnenklarer Elfmeter –, skandiert 70.000 Stimmen, während die Spieler durch den Tunnel schleichen.

Marotta will jetzt in der Lega Kalender und Regelwerke auf den Tisch knallen. Keine öffentliche Riesenklage mehr, sondern Akten, Statistiken, Sequenzbilder. Droht ein juristischer Nachspieltag? Die Meisterschaft ist sicher, der Stolz verletzt. Und der nächste Schiedsrichter kommt bestimmt.