Inter stürmt durch april-falle: 13 tage entscheiden den scudetto

Mailand zittert. Vom 22. März bis 6. April jagt Inter durch ein Programm, das so gnadenlos ist wie ein Halbmarathon mit Eisenstiefeln. Atalanta, Fiorentina, Roma, Como – vier Gegner, die alle Champions-League-Plätze riechen. Zwölf Punkte auf dem Papier, auf dem Rasen ein Minenfeld.

Trainer Cristian Chivu hat intern den Befehl gegeben: „Scollinare“ – über den Berg cresten. Die sieben Punkte Vorsprung auf den AC Milan sollen nicht schmelzen, sondern gefrieren. Kein Lautaro, kein Calhanoglu am Samstag gegen Atalanta? Egal. Die Dea kassierte in München ein 0:6, doch das war Europas Show, nicht ihr Selbstbild. In Bergamo wird sie wüten.

Die lautaro-statistik nagt am selbstvertrauen

Die lautaro-statistik nagt am selbstvertrauen

Ohne seinen Kapitän schoss Inter in den letzten fünf Pflichtspielen nur fünf Tore – zwei davon nach Eckbällen, einer vom Punkt. Die Zahlen sind lauter als jede Pressekonferenz. Chivu hofft, dass sich Lautaros Wadenstrang bis Florenz beruhigt. Sonst wird Dzeko allein gegen die Viola-Pressingmaschine laufen, und genau das wollen Italo und Barone.

Der April ist für Inter traditionell ein Verräter. 2022 platzte die „Bologna-Falle“, 2023 folgten Niederlagen gegen Spezia, Juve und Monza. Letzte Saison kassierte man acht Punkte aus fünf Frühlingsspielen – und trotzdem stand man in der Champions-League-Endspiel. Diesmal gibt es kein Europäisches Feigenblatt, nur die Serie A. Die Priorität ist ein einziger Stern auf der Brust, nicht zwei.

Milan dagegen muss nach Rom und Neapel reisen, trifft zuhause auf Torino und Udinese. Scheinbar schwerer, aber ohne den Narrenpein der eigenen Historie. Wenn Inter nach dem Como-Spiel noch sieben Punkte vorne liegt, ist die Meisterschaft so gut wie gelaufen. Verliert es dort – und der Como von Cesc Fàbregas ist kein Wunschgegner –, wird die Schlussphase zur Zitterpartie mit Cagliari, Parma und Bologna.

Die Wahrheit liegt in der Lunge von Nicolò Barella. Wenn er nach 75 Minuten in Florenz noch vorne weg sprintet, ist der Scudetto eine Frage der Zeit. Wenn er die Hände auf die Knie stützt, wird es eng. Dreizehn Tage, vier Finals. Mailand atmet jetzt durch die Nase.