Fofana packt aus: so wurde der straßenkicker zum scudetto-turbo
Youssouf Fofana lacht, als er den linken Flugball aus dem Training zeigt, mit dem er Estupinan im Derby bediente. „Ich hab den seit drei Jahren gezielt trainiert, damit aus dem schwächeren Fuß kein Handicap wird.“ Der Satz klingt banal, ist aber der Kern seiner rasanten Entwicklung vom Straßenfußballer zum Mittelfeldmotor von AC Milan.
Der nebenjob als pizzabote, der fast alles beendete
Vor zehn Jahren trug Fofana noch Turnschuhe auf asphaltierten Höfen, statt Profistollen auf Rasen. „Die Familie hatte kein Geld, ich fuhr Pizza aus und dachte ernsthaft daran, mit 18 aufzuhören.“ Der Durchbruch kam, als Strasbourg ihn zu einem Test lud – ohne Vertragsgarantie. „Ich unterschrieb, stand vor verschlossenen Toren und sagte mir: Jetzt gibt es kein Zurück mehr.“
Heute ist er Stammspieler beim Spitzenreiter, hat bereits acht Vorlagen auf dem Konto – gleichauf mit Rafael Leão. „Ich spiele den Pass, der das Tor bringt, auch wenn er riskant ist. Mein Ziel sind 20 Assists bis Saisonende. Leão nörgelt, weil ich ihm die Vorlagen wegnehme – natürlich nur Spaß“, grinst Fofana.

Scudetto? „wir sind der milan, das reicht als antwort“
Die Meisterfrage lässt ihn nicht lange überlegen. „Ich muss keine Slogans erfinden. Wir tragen das rotschwarze Trikot, das ist Versprechen genug.“ Die Aussage wirkt nicht wie PR-Text, sondern wie ein Glaubensbekenntnis – schließlich kennt er beide Seiten des Fußballs: die, die Straße, und die, die Trophäen gewinnt.
Mit jedem Training und jedem Assist entfernt er sich weiter vom Jungen, der einst Pizzakartons statt Bälle trug. Die Statistik zeigt: Seit seiner Umstellung auf Links Fofana hat sich seine Vorlagenquote fast verdoppelt. Die Botschaft ist klar – Träume lassen sich trainieren, wenn man den richtigen Schritt wagt.
