Inter plantzt riad-diaby-coup: 60-millionen-schnäppchen nach salah-tsunami

Mailand schläft nicht. Während Europas Klubs die Köpfe über Financial-Fairplay und Gehaltsdeckeln zerbrechen, schmiedet Inter an einer Gelegenheit, die so verrückt klingt, dass sie nur wahr sein kann: Moussa Diaby für lau aus Saudi-Arabien losziehen, weil dort ein anderer Superstar mit 100-Millionen-Söldner-Gehalt lockt.

Chivu will unberechenbarkeit statt 08/15-flügel

Chivu will unberechenbarkeit statt 08/15-flügel

Der neue Chefcoach will keine statischen Automaten mehr, er will jene Spieler, die sich in der Mitte drehen, bevor der Gegner überhaupt checkt, wo der Ball ist. Dribblings, Tempiwechsel, Ein-zu-Eins ohne Netz – das fehlte schon unter Inzaghi, das fehlt jetzt wieder. Januar-Versuch gescheitert, weil Al-Ittihad 60 Millionen auf dem Tisch liegen ließ. Sommer aber bringt neue Machtverhältnisse.

Die saudischen Bosse träumen von Mohamed Salah. Mit 33 Jahren ist er der Messias, der ihre Liga endlich weltweit streambar machen soll. 50 plus 50 Millionen Euro für zwei Jahre sind im Gespräch – ein Angebot, das selbst die Ölscheichs als „Himmelsschrei“ intern betiteln. Kommt Salah, muss Diaby weg, Platz weg, Gehaltsliste weg. Und plötzlich steht der Franzose mit Koffer und Handschuhen vor der Tür, bereit, für einen Bruchteil seiner einstigen Ablöse Richtung Europa zu fliegen.

Inter hat schon die Faxnummer parat. 15 Millionen plus Bonuszahlungen – das wäre ein Discount, den man in Zeiten von 100-Millionen-Transfers nicht mehr für möglich hält. Die Moral der Geschichte: Wer wartet, bekommt manchmal den Jackpot geschenkt, wenn woanders ein anderer den Rubel klatscht.

Thuram schwächelt, Dumfries liefert nur Phasen, und Lautaro braucht einen Partner, der ihn aus der Deckung zieht. Diaby passt wie der zweite Stiefel. 26 Jahre, 170 cm, Flügel, Halbspitze, Zehner – ein Chamäleon mit afterburner. Drei Jahre nach dem 50-Millionen-Abstecher zu Aston Villa ist er hungriger denn je, weil die Wüste eben doch nur Sand bietet, keinen Champions-League-Teppich.

Die Innenpolitik bei Inter ist klar: Wer 40 Millionen für Luis Henrique zahlen soll, kann bei Diaby zuschlagen und hat noch Geld für einen Box-to-Box-Player übrig. Die Kasse ist kein Brunnen, aber ein Umverteilungsinstrument. Ein Salah-Deal in Riad wirbelt die Karten neu, und die Rossoneri um Beppe Marotta wissen: Wenn das Fenster aufreißt, muss man durchspringen, bevor es wieder zuknallt.

Die Uhr tickt. Die Königlichen planen ihre Galavorstellung, Diaby plant den Ausbruch. Und Inter? Die wartet am Bahnsteig, Ticket in der Hand, bereit, den nächsten großen Coup zu landen – nicht mit Bombast, sondern mit kühler mathematischer Poesie. Am Ende zählt nur, wer den Ball ins Netz spielt, nicht wer am meisten dafür bezahlt hat.