Infantino zieht nach mexiko durch: iran spielt bei der wm – punkt

„Kein Plan B, C oder D – nur Plan A.“ Mit dieser Abrechnung schaltet FIFA-Präsident Gianni Infantino alle Spekulationen aus, die iranische Nationalmannschaft könne im Sommer von der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada ausgeschlossen werden. Der Schweizer ist auf PR-Tour beim Gastgeber Mexiko und nutzt die Gelegenheit, um die Fronten zu klären – und die eigene Macht zu demonstrieren.

Infantinos Botschaft lässt keine Rückzieher zu: Der Iran wird spielen, weil er sportlich qualifiziert ist. „Sie repräsentieren die Menschen im Land und die Millionen im Exil“, sagt er im mexikanischen Fernsehen. Dahinter steckt die Rechnung, dass ein Ausschluss die innenpolitische Lage nicht entschärfen, sondern lediglich das Spielfeld ins Leere laufen lassen würde.

Politisches pulverfass bleibt außerhalb der weißen linien

Politisches pulverfass bleibt außerhalb der weißen linien

Die FIFA akzeptiert, dass die geopolitische Brisanz riesig ist. Der Iran steht mit der Atomfrage, Drohnenlieferungen und Protestwellen im Fokus der Weltöffentlichkeit. Infantino räumt ein, die Lage sei „sehr kompliziert“, kapselt den Fußball aber strikt davon ab. Die Logik: Wer sportlich dabei ist, spielt – Sanktionen obliegen anderen Gremien.

Für das Turnier ist bereits alles fix gebucht: Vorrundengegner sind Neuseeland, Belgien und Ägypten, die Spiele finden in Los Angeles und Seattle statt, das Teamquartier liegt in Tucson, Arizona. Eine Verlegung einzelner Partien nach Mexiko – wie von Menschenrechtsorganisationen ins Spiel gebracht – lehnt Infantino kategorisch ab. Die FIFA will Kontrolle, nicht Kompromiss.

Die Entscheidung spaltet die Verbände. Einige EU-Funktionäre fordern einen harten Schnitt, US-Politiker ziehen über mögliche Visa-Sperren nach. Infantino aber setzt auf Einfluss statt Isolation: „Wir glauben an die Kraft des Spiels, nicht an die Kraft des Boykotts.“ Es ist ein Risiko, das die FIFA bewusst eingeht – und das sie sich nicht nehmen lässt.

Der Countdown läuft: In 73 Tagen eröffnet Mexiko die WM. Infantinos klarer Kurs verhindert ein Machtvakuum, schafft aber auch neue Bruchlinien. Die FIFA zieht ihre Linie durch – mit dem Iran, ob mit oder gegen den Rest der Welt.