Infantino weist iranische spielverlegung nach mexiko ab
Kurz, knapp, konsequent: Gianni Infantino lehnt im FIFA-Rat jeden Gedanken an eine Ausweichstation für Iran in Mexiko ab. Die 48er-WM steht, wie sie ist – mit Iran in Los Angeles und Seattle, nicht in Guadalajara.
Der friedensappell und die harte absage
„Wir haben einen Zeitplan“, sagte der FIFA-Präsident am Donnerstagabend in der Online-Sitzung des Rates. „Bald sind alle 48 Teams bestätigt, und die WM findet wie geplant statt.“ Damit zerplatzt der vorläufige Hoffnungsschirm von Mehdi Taj, Präsident des iranischen Verbands, der nach den Eskalationen im Nahen Osten eine Verlegung seiner Gruppenspiele ins sichere Mexiko vorgeschlagen hatte. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hatte am Dienstag noch mit einem eindeutigen „Sí“ auf die Frage reagiert, ob ihr Land dazu bereit sei. Doch Infantino zieht eine klare rote Linie: Keine Umzüge, keine Extrawürste.
Die Begründung klingt nach PR, ist aber strategisch. „Die FIFA kann keine geopolitischen Konflikte lösen“, so Infantino, „aber wir sind entschlossen, die Kraft des Fußballs zu nutzen, um Brücken zu bauen.“ Mit anderen Worten: Man will das Geschätz nicht neu justieren, weil jede Verschiebung einen Präzedenzfall schaffen würde. Schon das 48er-Format war eine Zitterpartie – zusätzliche Logistik würde die ohnehin angespannte Infrastruktur in den USA sprengen.

Irans programm bleibt komplett in den usa
Für Team Melli heißt es: Weiterhin Los Angeles gegen Neuseeland und Belgien, dann Seattle gegen Ägypten. Das Quartier liegt in Tucson, Arizona, weit genug von Protesten an der Westküste entfernt, um keine zusätzlichen Sicherheitsrisiken zu produzieren. Die US-Behörden haben bereits Spezialmaßnahmen für die iranische Delegation zugesagt, darunter verdeckte Eskorten und ein eigenes Camp-Bereichs-Konzept. Die FIFA will vermeiden, dass sich politische Gegner auf US-Boden treffen – und verweist stattdessen auf das Spiel als Schauplatz für „Fairplay und gegenseitigen Respekt“.
Die Reaktion aus Teheran fiel diplomatisch aus: Man nehme die Entscheidung „zur Kenntnis“ und konzentriere sich nun auf sportliche Vorbereitung. Doch intern kursiert Unmut. Ein Verbandsinsider, der anonym bleiben will, sagte: „Wir hätten uns eine neutrale Zone gewünscht, um die Spieler vor zusätzlichem Druck zu schützen.“ Für ihn ist klar: „Jeder Fan in den Stadien wird die iranische Hymne ausbuhen. Das zieht Energie raus.“

Fifa setzt auf stabilität statt symbolik
Die Entscheidung ist ein Signal an alle 48 Teilnehmer: Das Turnier wird nicht zur geopolitischen Bühne umfunktioniert. Infantino will seine 104 Partien in 39 Tagen durchziehen, ohne weitere Schleusen zu öffnen. Die nächsten Wochen stehen im Zeichen der finalen Qualifikationsplay-offs – und der wachsenden Sorge der Europäer, die befürchten, durch die festgefahrene Gruppenauslosung frühzeitig aufeinanderzutreffen. Die FIFA aber bleibt auf Kurs. Keine Verschiebung, keine Extrainszenierung. Iran spielt in den USA, Punkt. Wer Frieden will, soll ihn auf dem Platz zeigen – und nicht im Reiseplan.
