Ilzer-ausfall kurz vor heidenheim: hoffenheim muss auf den chef-regisseur verzichten

Ein Infekt wirbelt 48 Stunden vor dem Abstiegsgipfel in Heidenheim die Karten durcheinander: TSG-Trainer Christian Ilzer klingelt morgens mit heiserer Stimme durch, und plötzlich sitzt Sportchef Andreas Schicker auf dem Pressepodest.

„Chris hat mir gesagt, er fühlt sich krank“, sagt Schicker, „ob er am Samstag dabei ist, entscheiden wir heute.“ Die Worte klingen nach Routine, aber hinter den Kulissen arbeitet der ganze Klub an der Notlösung. Erste Testreihen laufen, Co-Trainer Moritz Volz und Standardspezialist Dominik Deutschl stehen bereit, falls Ilzer ausfallen sollte.

Die tsg läuft gefahr, ohne ihren dirigenten aufzutreten

Die tsg läuft gefahr, ohne ihren dirigenten aufzutreten

Zwei verschenkte Spiele – das 2:2 in Köln, die 0:1-Pleite gegen St. Pauli – haben die Mannschaft auf Platz zwölf zurückgeworfen. Nun droht ein Auswärtsspiel beim Tabellenletzten ohne den Chef, der die Automatismen einstudiert hat. Schicker redet das kleine Drama herunter: „Wir haben ein großes Trainerteam, das Vertrauen ist da.“ Doch wer die Aufstellung diktiert, wer die Wechsel zeitigt, wer in der Kabine die richtigen Sätze findet – das weiß momentan niemand so genau.

Parallel brodelt der Transfermarkt. Medien hatten Grischa Prömel bereits in Stuttgart gesehen. Schicker winkt ab: „Keine finale Entscheidung gefallen.“ Der Mittelfeldstratege hat Vertrag bis 30. Juni, ein Leistungsträger, den die TSG unbedingt halten will. Die Verhandlungen laufen, aber das Timing ist miserabel: Während der Klub um Klassenkampf und Trainer-Gesundheit kämpft, tickt die Uhr für eine Personalie, die den Kader verändern könnte.

Ein „totaler Ausverkauf“ kommt laut Schicker nicht. Dennoch: Wer nach dieser Saison bleibt, wer geht, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden – mit oder ohne Ilzer an der Seitenlinie. Die TSG muss erst einmal drei Punkte in Heidenheim holen, um den Druck zu lindern. Sonst wird die Nachsaison noch anstrengender als die laufende.